Kunterbuntes Fabelwesen

Ein gutes Team rund um den Künstler
Ein gutes Team rund um den Künstler
Foto: Yvonne Hinz
In der Kreativwerkstatt bei Elbers arbeiten behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen.

Hagen..  Jeden Donnerstag hieß es „Kunsttag“ in der Kreativwerkstatt – und das seit einem halben Jahr. Dann wurde in den Räumlichkeiten auf dem Elbersgelände geplant, gewerkelt und geklebt. Das Besondere an dem Kunstobjekt, das jetzt fertig gestellt worden ist: Das gesamte Projekt stand nicht unter einer Zeit- oder Ergebnisvorgabe, sondern es ging ausschließlich um die Förderung individueller Fähigkeiten und Zusammenarbeit. Heißt: Hand in Hand arbeiteten 25 behinderte Menschen aus der Einrichtung Bethel, Hildegardis-Schüler sowie der Objektgestalter Zsolt S. Deák.

Thema Inklusion

„Ganz spontan hatte mich vor etwa einem Jahr eine Mitarbeiterin von Bethel an einer Supermarktkasse angesprochen, ob ich mit meinen farbbefleckten Schuhen wohl Künstler sei. Und ob ich mir eine Zusammenarbeit mit Behinderten und Nichtbehinderten vorstellen könnte“, erinnert sich der ungarische Künstler. „Und ich hab’ gleich zugesagt. Auch, da ich mich für das Thema Inklusion interessiere.“ Nach sechs Monaten Vorlauf und Projektplanung sei man dann im März gestartet, sagt Zsolt S. Deák.

Gemeinsam haben die Teilnehmer einen „Wolpertinger“ gestaltet, ein Fabelwesen, basierend auf einer bayrischen Volkssage. „Auf jeden Fall ist dieses Phantasie-Objekt ein Tier mit freien Formen; es ist positiv und lebensfroh.“

Aus Luftballons, Zeitungspapier und Kleister haben die „Hobbykünstler auf Zeit“ das Fabelwesen wachsen lassen – und heraus gekommen ist ein herrlich-kunterbuntes Pappmaché-Objekt.

Zum Hintergrund: In der Kreativwerkstatt werden seit zwei Jahren verschiedene Tätigkeitsbereiche angeboten. Die Behinderten arbeiten zum Beispiel mit Speckstein, Perlen, Pappmaché oder Kerzen.

Neuland beschritten

„Alles Arbeiten, die kurzweilig sind und schnell zu sichtbaren Ergebnissen und somit zu Erfolgsgefühlen führen“, erläutert Bethel-Bereichsleiter Mark Weigand. „Ein über mehrere Monate angelegtes Projekt, mit dem Ziel, ein Objekt von beachtlicher Größe zu erschaffen, war für unsere Beteiligten völliges Neuland. Und eine schöne Erfahrung.“ Nun suche man, so Weigand, nach weiteren Projektpartnern, bei denen das Fabelwesen für eine bestimmte Zeit ausgestellt werden kann. „Für Leute frei zugängliche Räumlichkeiten wie das Sparkassen-Karree wären ideal. Im Forum könnten wir gut für die Zusammenarbeit in der Kreativwerkstatt in den Elbershallen werben“, verrät Weigand einen Wunschort.

 
 

EURE FAVORITEN