Kultur in Hagen verwaltet sich ab sofort selbst - Interview mit Tayfun Belgin

Foto: WR Schmettkamp
Neustart für die Kultur in Hagen: Der Euskirchner Thomas Huyeng ist vom Rat als neuer Dezernent – unter anderem für den Bereich Kultur – bestimmt. Ebenfalls frisch installiert ist der Fachbereich Kultur, mit Tayfun Belgin als Fachbereichsleiter und Beate Hauck als Stellvertreterin.

Hagen.. Damit besteht für bestimmte Bereiche der kulturellen Arbeit die Möglichkeit der Selbstverwaltung, der eigenen Budgethoheit – bei gleichzeitigem Einsparpotenzial. Der Fachbereich wird offiziell zum 1. Juli eingerichtet. Die WR sprach mit Tayfun Belgin.

Was heißt es für die Kulturarbeit in Hagen, wenn es nun einen Fachbereich Kultur gibt?

Tayfun Belgin (55): Es werden Aufgaben in der Kulturarbeit gebündelt, zusammengeführt. Es ist eine Riesenchance, dass die beteiligten Institutionen Kulturbüro, Historisches Centrum und Osthaus-Museum an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Das gilt es nun zu definieren, wir wollen den gemeinsamen Nenner aller finden. Erstrebenswert ist ein Kulturentwicklungsplan – selbstverständlich in Rücksprache mit dem neuen Kulturdezernenten.

Wie kann die Zusammenarbeit praktisch funktionieren?

Belgin: Wir werden demnächst Gespräche mit allen Beteiligten führen und Stärken der Einzelnen abfragen. Je nach Schwerpunkten können daraus die Aufgaben abgeleitet werden. es ist doch unstrittig, dass beispielsweise das Kulturbüro stark in Veranstaltungsmanagement ist. Davon können die anderen Institutionen profitieren. Es ist auch denkbar, dass das Osthaus-Museum gemeinsame Projekte mit dem Historischen Centrum entwickelt. Beide arbeiten in der Forschung und Wissenschaft. Da besteht Synergiepotenzial. Wichtig ist, dass alle Institute gleichberechtigt sind und keines das andere dominiert.

Wie steht’s mit weiteren Kooperationen – Stadthalle und Theater als gewichtige kulturelle Säulen bleiben ja außen vor?

Belgin: Die beiden letzteren können nicht unter das Dach des Fachbereichs, da sie eine andere Rechtsform haben beziehungsweise bekommen sollen. Wir werden künftig enger mit dem Emil-Schumacher-Museum kooperieren. Das ist beschlossene Sache. Dazu gab es vor vier Wochen ein Treffen. Dann soll endlich auch ein Marketingkonzept umgesetzt werden.

Ist die Präsentation nach außen, das Werben für die Museumskultur in Hagen besonders schwierig?

Belgin: Die Öffentlichkeitsarbeit kann durch die Bündelung der drei Institute in jedem Fall verbessert werden. Ein Marketingkonzept liegt inzwischen vor. Wir haben starke Museen. Man muss nur daran glauben. Mit einem einheitlichen Konzept haben wir große Chancen, Menschen für Kultur zu begeistern. Zudem gehen wir die überregionale Werbung an.

Wie kriegen Sie den Spagat zwischen Leitung des Fachbereichs und des Osthaus-Museums hin?

Belgin: Auf Dauer wird das nicht gehen. Wir werden einen persönlichen Referenten finden müssen. Als Direktor des Museums mache ich zurzeit nahezu jede Ausstellung selbst, sammele nicht zuletzt Geld für die Ausstellungen.

Wie soll sich der vorgesehene Umzug des Historischen Zentrums ins Osthaus-Museum gestalten?

Belgin: Das müssen wir erstmal prüfen, wie das funktionieren kann. Es steht die Idee im Raum, die Dauerausstellung im derzeitigen Jungen Museum unterzubringen. Da muss man gucken, wie viel überhaupt in den Raum passt. Der steht im Übrigen unter Denkmalschutz. Das gilt es zu berücksichtigen. Also, derzeit ist noch alles offen, es gibt keinen Beschluss über den Umzug. Für das Archiv aus dem Historischen Centrum soll ein städtisches Gebäude gesucht werden. Allerdings laufen die Verträge in der Wippermannpassage noch bis 2018. Vor 2016 wird nicht viel passieren.

Dann stirbt das Junge Museum als Konzept?

Belgin: Die Idee des Jungen Museums soll bestehen bleiben. Vielleicht gehen wir künftig an einen anderen Standort. Man kann das Junge Museum unter Bildung einbinden. Wie alles muss das in Rücksprache mit dem Kulturdezernenten laufen.

Anja Wetter

 
 

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