Krankenhaus-Riese steigt beim AKH in Hagen ein

Das Allgemeine Krankenhaus Hagen (AKH)
Das Allgemeine Krankenhaus Hagen (AKH)
Foto: www.blossey.eu
  • AKH in Hagen geht Allianz mit Klinikriesen Agaplesion gAG ein.
  • 35 Millionen Euro sollen in neues Bettenhaus investiert werden.
  • Keine Entlassungen geplant.

Hagen. Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) steigt in eine Allianz mit einem finanzstarken strategischen Partner ein, der die Entwicklung des größten Hagener Krankenhaus-Standortes für die nächsten Jahrzehnte absichern soll: Die in Frankfurt ansässige Agaplesion gAG, eine gemeinnützige Aktiengesellschaft mit evangelischem Hintergrund und mehr als 100 medizinischen und pflegerischen Einrichtungen, steigt mit Mehrheit bei dem Hagener Haus ein und wird damit auch die operative Führung übernehmen.

Bei einer außerordentlichen Sitzung wurden gestern sämtliche AKH-Gremien mit dieser Weichenstellung vertraut gemacht. Mit diesem Schritt wird gleichzeitig der finanzielle Grundstein dafür gelegt, etwa 35 Millionen Euro in ein neues 360-Betten-Haus am ­Buschey zu investieren sowie jeweils mehr als eine Million Euro in die Erweiterung von Intensivstation und Operationskapazitäten. Weitere zehn Millionen Euro sollen beim Iserlohner Verbund-Partner Bethanien investiert werden.

Ende einer zähen Suche

„Das hätten wir aus eigener Kraft kaum stemmen können“, zeigt sich Beiratsvorsitzender Dr. Bernd Wehberg im Gespräch mit dieser Zeitung überzeugt, dass damit die zähe Suche des AKH nach starken Verbundpartnern ein zukunftsweisendes Ende gefunden habe. Nachdem die ursprünglich angedachte Fusion mit der Katholischen Krankenhausgesellschaft und damit die von allen Seiten favorisierte Hagener Lösung an dem bischöflichen Veto aus Paderborn gescheitert war, hatte das AKH in den vergangenen Monaten sein Werben um Allianzen in die gesamte Region – u.a. in Richtung der Evangelischen Stiftung Volmarstein – ausgeweitet und intensiviert.

Doch außer der Übernahme des Iserlohner Bethanien-Krankenhauses zum 1. Januar 2015, das den Hagenern zwar einen Brückenschlag in den Märkischen Kreis sowie eine starke Geriatrie und hoch frequentierte Frauenklinik (Dr. Hisham Ashour) beschert, aber ansonsten für mindestens zwei weitere Jahre mit roten Zahlen drückt, blieb das bis nach Marburg reichende Werben um Partnerschaften weitgehend ungehört.

Keine Kündigungen

Dabei sieht Wehberg das AKH in einer wirtschaftlich soliden Situation: „Nach dem etwas schwierigen Jahr 2013 schreiben wir kontinuierlich Gewinne“, blickt er durchaus gelassen auf die schwarzen Bilanzzahlen der Jahre 2014 und 2015. Und auch die Prognose für dieses Jahr lässt am Buschey eine klare Rendite erwarten. Eine Entwicklung, die das AKH für eine Übernahme durch die Agaplesion gAG letztlich interessant machte. Die Frankfurter verfolgen eine konsequente Wachstumsstrategie, um auf dem zunehmend rauen Markt des bundesdeutschen Gesundheitswesens ihre starke Position behaupten und sogar ausbauen zu können. „Wir sind mit unseren Wirtschaftsdaten, aber auch mit unserer ärztlichen Qualität und der daraus resultierenden Auslastung durchaus attraktiv“, betont Wehberg. Das AKH habe die Verhandlungen aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke auf Augenhöhe mit dem neuen Mehrheitspartner zum Erfolg geführt.

Dr. Bernd Wehberg versichert im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sämtliche Veränderungsprozesse – so sei es mit der Agaplesion gAG ausdrücklich vereinbart – ohne betriebsbedingte Kündigungen vollzogen würden.