Kraftfahrer kommt mit 600 Euro Buße davon

Am 23. April 2014 erfasste ein LKW beim Abbiegen von der Iserlohner Straße auf die Esserstraße eine 81-jährige Frau, die den Fußgängerweg überqueren wollte, und schleifte sie mehrere Meter mit. Die Frau wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in die Dortmunder Unfallklinik gebracht.
Am 23. April 2014 erfasste ein LKW beim Abbiegen von der Iserlohner Straße auf die Esserstraße eine 81-jährige Frau, die den Fußgängerweg überqueren wollte, und schleifte sie mehrere Meter mit. Die Frau wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in die Dortmunder Unfallklinik gebracht.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Es war ein verhängnisvoller Unfall: Ein Lastwagen erfasste eine Seniorin (81) an der Fußgängerampel, verletzte sie lebensgefährlich. Die alte Dame verlor ihr rechtes Bein und ist seitdem ein Pflegefall. Das Strafverfahren gegen den Kraftfahrer wurde jetzt gegen Zahlung von 600 Euro gerichtlich eingestellt. (Az. 90 Ds 793/14).

Unfassbar, so der erste Gedanke, was für eine geringe Bestrafung. Doch „fahrlässige Körperverletzung“ ist ein Delikt, das jedermann ganz schnell auf die Anklagebank bringen kann. Eine unaufmerksame Sekunde im Straßenverkehr, ein so genanntes „Augenblicksversagen“ – schon ist es passiert.

Diese traurige Erfahrung hat auch der Lkw-Fahrer (35) aus Iserlohn machen müssen, der sich vor Amtsrichter Dr. Thorsten Opitz verantworten musste. Der tragische Unfall steckt dem Angeklagten neun Monate später noch immer in den Knochen und wird ihn wohl sein ganzes Leben lang gedanklich verfolgen.

Es war am 23. April vergangenen Jahres, gegen 10.35 Uhr. Da befuhr er mit seinem Lastwagen die Iserlohner Straße und wollte nach links in die Esserstraße einbiegen, als er einen dumpfen Aufprall wahrnahm. Der Fahrer des 25-Tonners hatte auf den Gegenverkehr geachtet, dabei die Rentnerin „übersehen“ und überrollt.

Fußgängerampel zeigte Grün

Die Fußgängerampel an der Kreuzung zeigte Grün und die alte Dame wollte gerade die Esserstraße überqueren, als sie von dem schweren Fahrzeug erfasst und noch mehrere Meter mitgeschleift wurde, bevor der Laster schließlich zum Halten kam.

Dass die schwer verletzte Seniorin den schlimmen Unfall überlebte, hat sie vor allem schneller Hilfe zu verdanken. Aus dem nahen Elseyer Krankenhaus waren sofort ein Arzt und Krankenschwestern zur Unfallstelle geeilt. Auch Beamte von Feuerwehr und Polizei kamen mit einem Großaufgebot angerückt. Zahlreiche Schaulustige begafften das dramatische Geschehen.

Noch am Unfallort wurde die alte Dame notärztlich versorgt und umgehend mit einem angeforderten Rettungshubschrauber in die Dortmunder Unfallklinik geflogen. Die Ärzte diagnostizierten ein Schädel-Hirn-Trauma, aufgrund der schweren Quetschungen musste ihr zudem der rechte Oberschenkel amputiert werden. Seit dem gravierenden Ereignis ist die Seniorin auch psychisch stark beeinträchtigt.

Der Angeklagte, der durch den Unfall seine Anstellung als Kraftfahrer verloren hat, erklärte, dass ihm die Sache furchtbar leid täte.

Fehlverhalten aus Fahrlässigkeit

Er hätte Kontakt zu der Geschädigten aufnehmen wollen, doch deren Angehörige wollten das nicht und hätten es abgelehnt.

Amtsrichter Dr. Opitz stellte das Strafverfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ein. Er sagt: „So traurig wie das Geschehen auch ist, und so schlimm wie die Folgen auch sind: Hier geht es nicht um eine absichtliche Tat, sondern um ein Fehlverhalten aus Fahrlässigkeit. Das kann jedem im Straßenverkehr passieren.“ Als Geldauflage muss der Angeklagte 600 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

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