„Keine Revolution, aber viel Transparenz“

Frank Mazny und Matthias Rarbach  von den Piraten kandidieren für die Hohenlimburger Bezirksvertretung.
Frank Mazny und Matthias Rarbach von den Piraten kandidieren für die Hohenlimburger Bezirksvertretung.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Bereits seit einigen Jahren haben Matthias Rarbach und Frank Mazny das Parteibuch der Piraten in der Tasche. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai kandidieren der in Oege lebende Elektrotechniker Rarbach und der Nahmeraner Krankenpfleger Mazny erstmals für die Bezirksvertretung.


Warum haben Sie sich gerade für die Piratenpartei entschieden?
Frank Mazny: Ich bin schon lange politisch interessiert, aber gleichzeitig war ich von den anderen Parteien immer enttäuscht. Die Piraten boten dann ein Programm, was meinen Ideen von Politikgestaltung am meisten entspricht. Ich bin zum Beispiel generell gegen die Vorratsdatenspeicherung – es geht keinen etwas an, welche Seiten die Menschen im Internet anklicken. Bei der NSA-Affäre kamen dann sogar Ausmaße ans Licht, mit denen selbst wir Piraten nicht gerechnet haben.


Aber dagegen werden Sie in der Hohenlimburger Bezirksvertretung kaum etwas ausrichten können.
Matthias Rarbach:
Das nicht, aber wir stehen für Politik mit Vernunft und Menschenverstand – und nicht mit Parteiideologien im Hintergrund. Natürlich müssen wir in der Kommunalpolitik noch viel lernen, zumal es sich um ehrenamtliche Arbeit handelt. Doch extra dafür haben wir an Lehrgängen der kommunalpolitischen Vereinigung der Piraten teilgenommen.


Welche Hohenlimburger Themen liegen Ihnen denn besonders am Herzen?
Matthias Rarbach:
Ich bin der Meinung, der schlechte Zustand der Straßen müsste behoben werden. So lange die Kommunen vom Bund aber jede Menge Aufgaben aufgebürdet bekommen, wird das aus finanzieller Sicht sicherlich schwierig. Allerdings hätten CDU und SPD das ja längst ändern können, doch nach Wahlen werden die Kommunen gern mal vergessen.
Frank Mazny: In Elsey gibt es eine funktionierende Einkaufszone. Ziel muss es sein, auch die Fußgängerzone in der Innenstadt wiederzubeleben. Als Nahmeraner kritisiere ich zudem die Tempo-50-Zone, die von der Unternahmer bis zum ehemaligen Krupp-Gelände reicht. Tatsächlich brettern dort viele Auto- und auch Lkw-Fahrer mit 70 Sachen her. Zumindest tagsüber sollte dort ein Tempolimit von 30 km/h gelten.


Und wie wollen Sie ihre Vorstellungen umsetzen?
Frank Mazny:
Wir sagen nicht, dass wir für alles eine Lösung haben. Vielmehr wollen wir die Bürger mit ins Boot nehmen und sie fragen: Welche Ideen habt ihr? Außerdem kann es sicherlich nicht schaden, wenn eine neue Gruppierung hinzukommt.

Wir versprechen keine Revolution, aber viel Transparenz. Unsere politische Ausrichtung würde ich als sozial-liberal bezeichnen. Das passt ganz gut.


Mit was für einem Ergebnis der Piraten rechnen Sie denn am 25. Mai?
Frank Mazny
(lacht): 18 Prozent!


Das wollte Guido Westerwelle einst auch erreichen...
Frank Mazny:
Dann 19 Prozent! Nein, jetzt mal im Ernst: Ich glaube, drei Prozent sind nicht übertrieben. Dass Udo Tillmann, unsere Nummer eins auf der Liste, in die Bezirksvertretung einzieht, halte ich für realistisch.

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