Keine gravierenden Vorfälle in den Notunterkünften

In der Flüchtlingsnotunterkunft in Delstern gibt es 450 Plätze. Im Oktober kam es hier zu acht Polizeieinsätzen.
In der Flüchtlingsnotunterkunft in Delstern gibt es 450 Plätze. Im Oktober kam es hier zu acht Polizeieinsätzen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Polizei schätzt Lage ruhig ein
  • 24 Einsätze im Oktober
  • Darunter keine Straftaten

Hagen.. Das Bild wirkt massiv, der Anlass war letztlich allerdings nicht dramatisch: Mit acht Streifenwagen ist die Hagener Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag vor der Flüchtlings-Notunterkunft des Landes NRW in Delstern vorgefahren. Ein Flüchtling war nach einem Wortgefecht auch körperlich mit einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aneinandergeraten – es war der Höhepunkt eines wohl schon seit Tagen schwelenden Konflikts zwischen beiden.

Verletzt wurde bei der Auseinandersetzung aber niemand, der Sicherheitsdienst-Mitarbeiter ist nun in einer anderen Einrichtung eingesetzt. „Wegen der vielen Bewohner und der unübersichtlichen Lage hatten die Kollegen Verstärkung angefordert“, so Polizeisprecher Ulrich Hanki. „Dann kommen mehrere Streifenwagen.“

Kein Einsatz mit massiver Straftat verbunden

Für die Nachbarn waren die Ereignisse am Samstag aber dennoch ein beunruhigendes Szenario – und in dem sozialen Netzwerk Facebook entspinnen sich Diskussionen über eine angeblich steigende Kriminalität in den vier Flüchtlings-Notunterkünften des Landes NRW in Hagen. Verbunden mit dem Vorwurf, dass Polizei und Presse dazu schweigen.

Doch gibt es den Anstieg tatsächlich? Die Hagener Polizei hat auf Anfrage unserer Zeitung sämtliche Polizeieinsätze im Monat Oktober bis zum gestrigen Tag aufgelistet. Das Ergebnis: In den vier Notunterkünften (Regenbogenschule, Spielbrink, Delstern und Halden) mit rund 1200 Plätzen gab es 24 Polizei-Einsätze. „Aber keiner davon war mit einer massiven Straftat verbunden“, so Hanki. „Deshalb gibt es für uns auch keinen Anlass, von uns aus an die Öffentlichkeit zu gehen. Aber all die Vorfälle können abgefragt werden. Sie sind kein Geheimnis.“

Und das sind die bislang 24 Einsätze im Oktober in den vier Unterkünften (hinzu kommen täglichen standardmäßige Kontrollfahrten):

Delstern:

8 Einsätze/450 Plätze:

3. Oktober: Anlass war ein Randalierer, letztlich musste aber keine Strafanzeige geschrieben werden

5. Oktober. Hilfeersuchen: Es kam zu Unstimmigkeiten wegen einer angeblich ungerechten Verteilung von Spendengütern. Die Polizei kann schlichten.

8. Oktober: Körperverletzung, ein Flüchtling wird in ein andere Einrichtung verlegt.

12. Oktober: Streitschlichtung ohne Strafanzeige.

13. Oktober: Aufgeregte gesundheitlich beeinträchtige Person (beruhigt sich, bleibt in Unterkunft).

14. Oktober: Sicherheitsdienst meldet verdächtige Person, Polizei kann niemanden finden.

17. Oktober: Randalierer (wird in andere Einrichtung verlegt)

18. Oktober: Auseinandersetzung Flüchtling/Wachpersonal.

Spielbrinkschule

9 Einsätze/250 Plätze.

2. Oktober: Urkundenfälschung (Flüchtling gehört in andere Einrichtung, wird dorthin gebracht)

3. Oktober: Hilfeersuchen des Wachdienstes.

5. Oktober: Diebstahl.

5. Oktober: Sicherheitsdienst meldet verdächtige Person, Polizei kann niemanden finden.

6. Oktober: Schlägerei (endet mit einer Strafanzeige).

8. Oktober: Diebstahl.

15. Oktober: Sachbeschädigung.

17. Oktober: Körperverletzung (in der Folge werden neun Personen, zwischen denen es immer zu Streit kommt, anderswo untergebracht).

18. Oktober: Sicherheitsdienst meldet verdächtige Person.

Regenbogenschule

4 Einsätze/200 Plätze:

12. Oktober: Randalierer (ohne Strafanzeige)

12. Oktober: Körperverletzung (ohne Strafanzeige)

15. Oktober: Wachdienst meldet verdächtige Person (gehört nicht in Einrichtung und wird verlegt)

10. Oktober: Demonstration vor der Notunterkunft.

Halden

3 Einsätze (seit Eröffnung 8. Oktober)/250 Plätze:

1. Unfall vor der Unterkunft.

2. Hilfeersuchen (ohne weitere Maßnahmen).

3. Wachdienst meldet verdächtige Person, Polizei findet niemanden.

 
 

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