Kein Vorstoß im Skandal um Zinswetten

Hagen..  Die Stadt Hagen wird keinen weiteren Versuch starten, gegen die 40-Millionen-Euro-Verluste im Zinswetten-Debakel vorzugehen. Nachdem er in den vergangenen Tagen bereits ein 77-seitiges Rechtsgutachten zu den möglichen Erfolgschancen einer erneuten juristischen Auseinandersetzung mit der Deutschen Bank vorgelegt hatte (wir berichteten), präsentierte Dr. Jochen Weck, Derivate-Experte der Münchener Rechtsanwaltskanzlei Rössner, gestern Abend im nicht-öffentlichen Teil des Rates noch einmal persönlich seine rechtlichen Einschätzungen. Dabei hob er erneut hervor, dass der 2009 geschlossene Vergleich mit den Frankfurter Bankern im Zusammenhang mit den CMS Spread Ladder Swaps eine zu kurzsichtige Entscheidung gewesen sei. Damals hatte die Stadt gegen eine Zahlung von fünf Millionen Euro auf alle Ansprüche gegen die Deutsche Bank verzichtet, obwohl absehbar war, so Weck, dass höchstrichterliche Entscheidungen anders ausfallen würden. Daher wies der Gutachter darauf hin, dass der Rat gegen die seinerzeit beratende Kanzlei Streitbörger und Speckmann ebenfalls Schadensersatzansprüche geltend machen könne.

Doch auf diesen Weg mochte sich der Rat gestern nicht mehr machen. Angesichts des Kostenrisikos hielt man weitere Schritte mehrheitlich nicht für vertretbar.

 
 

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