Kein Verkauf kulturellen Tafelsilbers

Hagen..  „Mit der CDU-Ratsfraktion wird es keinen Verkauf von Kunstwerken zur Deckung von laufenden Verpflichtungen der Stadt oder einzelner Einrichtungen geben.“ Das stellte der CDU-Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Kultur- und Weiterbildungsausschusses, Wolfgang Röspel, klar: „Weder wir noch eine Mehrheit des Rates werden unser kulturelles Tafelsilber verscherbeln.“

Röspel tritt damit einer Diskussion entgegen, die unter anderem die Ratsmitglieder Dietmar Thieser (SPD), Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) und Ralf Sondermeyer (Linke) angestoßen hatten, um entsprechende Verkaufserlöse in den Sport zu lenken.

Damit stärke die CDU-Fraktion auch dem Leiter des Fachbereichs Kultur, Dr. Tayfun Belgin, den Rücken. Dieser hatte jüngst im Gespräch mit unserer Zeitung dem Verkauf von Kunstwerken zur Sanierung des städtischen Haushalts eine klare Absage erteilt.

Fatale Wirkung

Der CDU-Fraktionsvorsitzende kritisiert, dass „derartig populistische Ankündigungen und das Wegsehen der SPD-Landesregierung bei der West-LB-Abwicklung fatale Wirkungen bei den Sponsoren entfalten. „Hört diese Diskussionen nicht sofort auf, müssen die öffentlichen Museen damit rechnen, keine finanzielle Unterstützung von Sponsoren mehr zu erhalten. Stattdessen werden Förderer wie die Werner-Richard-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung im günstigsten Fall nur noch Dauerleihgaben an die Museen vergeben. Eine sinnvolle Ergänzung von Sammlungsschwerpunkten mit privaten Finanzmitteln wird dann schwierig.“

Vertrauensverlust

Wolfgang Röspel fordert SPD und Linke deshalb dazu auf, „die schädliche Diskussion unverzüglich durch einen Verzicht auf diese Forderung zu beenden“. Ansonsten werde der Vertrauensverlust in der Kunstszene mit jedem Tag größer. Leidtragende seien dann nicht die privaten Förderer, sondern die öffentlichen Muse-en. Sie verlören dadurch den heute bei Sammlern anerkannten Status einer „sicheren Bank“.“

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