Kein Prinz wollte Schneewittchen knutschen

Die Kinder der Freien Evangelischen Schule in Haspe (FESH) waren im Alten- und Pflegeheimes auf dem Mops zu Gast.
Die Kinder der Freien Evangelischen Schule in Haspe (FESH) waren im Alten- und Pflegeheimes auf dem Mops zu Gast.
Foto: Michael Schuh
Die Antworten kamen schon, da waren die Szenen noch nicht fertig gespielt: Bewohner des Alten- und Pflegeheimes auf dem Mops hatten wieder mal Kinder aus der Ganztagesbetreuung der Freien Evangelischen Schule in Haspe (FESH) zu Gast. Und beim Märchen-Ratespiel blieben sich Besuchte und Besucher nichts schuldig. Auf Zuruf ihrer Betreuerin Marion Lüling spielten die Erst- und Zweitklässler Schlüsselszenen aus bekannten Märchen ohne Text und die Seniorinnen und Senioren sollten raten, um welches Märchen es ging.

Hagen.. Die Antworten kamen schon, da waren die Szenen noch nicht fertig gespielt: Bewohner des Alten- und Pflegeheimes auf dem Mops hatten wieder mal Kinder aus der Ganztagesbetreuung der Freien Evangelischen Schule in Haspe (FESH) zu Gast. Und beim Märchen-Ratespiel blieben sich Besuchte und Besucher nichts schuldig. Auf Zuruf ihrer Betreuerin Marion Lüling spielten die Erst- und Zweitklässler Schlüsselszenen aus bekannten Märchen ohne Text und die Seniorinnen und Senioren sollten raten, um welches Märchen es ging.

Die betagten Damen und Herren haben alles geraten, ob Rotkäppchen oder Rapunzel – die improvisierten Spielszenen der Kinder waren aber auch zu eindeutig.

Die Kinder versuchten es extra schwer zu machen

Oliver streckte Timo seinen Zeigefinger hin und Timo befühlte ihn kopfschüttelnd. Na? Richtig: Hänsel und Gretel; die böse Hexe fühlt, ob der kleine Hänsel schon genug gemästet ist. Nicht so ganz einfach darzustellen, aber auch nicht so ganz einfach zu erraten. Kinder und Senioren schenkten sich da mal nichts, die Kinder versuchten es extra schwer zu machen, aber die Damen und Herren in der Vierjahreszeiten-Cafeteria auf der Büddinghardt strengten sich an.

Sude (8) und Junis (8) aus der zweiten Klasse der privaten Grundschule am Hammergraben hätten so viel Pfiffigkeit bei den Alten nicht erwartet: „Die haben echt alles rausgekriegt“, lobte Junis. Laura (8) aus der ersten Klasse hatte erst gedacht, sie müsse vorsagen, „brauchte ich aber gar nicht, die waren schneller als ich.“

So ein süßes Schneewittchen

Lautes Gelächter bei Alt und Jung ernteten Tom und Junis, die sich standhaft weigerten, die Kuss-Szene aus Schneewittchen nachzustellen. Dabei war Kaja (7) so ein süßes Schneewittchen. . .

Erika König und Kerstin Hemsing vom hauseigenen Sozialdienst moderierten das Märchenraten und hatten dabei leichtes Spiel. Die Aufmerksamkeit der Hausbewohner gehörte voll und ganz den Kindern, und die wiederum schienen genau zu wissen, wie sie sich im Kreise von hochbetagten und zum Teil dementen Menschen zu benehmen haben. Die FESH-Kinder waren nun auch nicht zum ersten Mal zur Büddinghardt gewandert. Jeden Monat gehört dieser Ausflug zum Betreuungsprogramm für die Kinder, die nicht mittags nach Hause gehen. „Wir haben schon viele lustige Sachen zusammen gemacht,“ zählt Erika König auf: Basteln, Kegeln, Sitztanz, auch mit der heimeigenen Wii, einem elektronischen Mitmach-Animationsprogramm, gab’s schon eine Menge Spaß.

Märchenhafte Deko

Kerstin Hemsing und Erika König hatten den Cafeteria-Raum mit allerlei märchenhaften Utensilien dekoriert – einem Kissen, einem kleinen Pappmaché-Brunnen, einer Goldkugel, Lebkuchen, Sterntalern und einem Spiegel. Aus dem Deko-Fundus vieler Sommerfeste konnten sich die Betreuerinnen bedienen. Damit spielten die Schulkinder Szenen aus einem Märchen.

Dass die junge Generation die alten Märchen noch bis ins Detail kennt, da freuten sich vor allem die älteren Damen drüber. Nach einer Schulstunde Zeit mussten die Kinder zurück zur Schule, die Heimbewohner nahmen an der Kaffeetafel Platz.

Lautstärke wird schmunzelnd ertragen

Für Erika König sind die Nachmittage mit den Kindern wichtig: „Die Bewohnerinnen und Bewohner zehren davon ganz, ganz lange.“ Das Mitdenken und -schalten mit den Kindern mache ihnen mehr Spaß als dass es sie überfordere. Und wenn’s mal laut wird, wird das schmunzelnd ertragen.

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