Käthe-Kollwitz-Berufskolleg macht bald fit für Inklusion

Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg konzipiert einen Aufbaubildungsgang Inklusion. Birte Gebhardt und Klaus Hirschberg zeichnen für die Konzeption verantwortlich.
Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg konzipiert einen Aufbaubildungsgang Inklusion. Birte Gebhardt und Klaus Hirschberg zeichnen für die Konzeption verantwortlich.
Foto: WR

Hagen.. Inklusion ist als Schlagwort aktuell in aller Munde. Gemeint ist damit das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Behinderungen. In den Kitas ist das oft schon ein geübtes Prozedere, in den Grundschulen soll Inklusion vermehrt eingeführt werden.

Am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg wird zurzeit im Rahmen eines Modellversuchs ein berufsbegleitender Aufbaubildungsgang Inklusion konzipiert. „Wir möchten mit dieser Fort- und Weiterbildung Erzieherinnen, Heilpädagogen und Heilerziehungspfleger ansprechen, die in Kitas oder im Offenen Ganztag an Grundschulen eingesetzt werden“, erläutert Abteilungsleiter Klaus Hirschberg.

„Wir sind froh, dass wir in den Ausschüssen eine große Zustimmung erfahren haben“, freut sich Schulleiter Arthur Schäfer über den Rückenwind aus der Politik. „Ein entscheidender Punkt war es, wie wir unser Angebot der Arbeitswirklichkeit unserer Zielgruppe anpassen können.“ Daher haben sich die Verantwortlichen nun für eine Modullösung entschieden, die in der Regel in eineinhalb Jahren absolviert werden kann. „Natürlich werden wir die sechs Module flexibel halten, so dass jede und jeder die Fortbildung seinen persönlichen Bedürfnissen anpassen kann“, sagt Hirschberg.

Den Begriff derInklusion deutlichbreiter fassen

Er arbeitet gemeinsam mit Birte Gebhardt an der Konzeption. „Wichtig ist uns dabei, ein neues Bildungsverständnis bei der Inklusion aufzubauen“, sagt Gebhardt. „Wir möchten nicht länger auf die Defizite der Kinder schauen, sondern uns auf deren Potenziale konzentrieren.“ Das halten Gebhardt und Hirschberg in den Kitas, beziehungsweise im Offenen Ganztag, für möglich, da in diesen Bereichen keine Lernziele definiert sind. Positive Beispiele gebe es hier in der Waldorfpädagogik.

„Außerdem möchten wir den Inklusionsbegriff deutlich weiter fassen“, sagt Hirschberg. „Für uns geht es um heterogene Gruppen armer und reicher Kinder, behinderter und nicht behinderter. Auch der Multikultibegriff fällt unter unser Verständnis von Inklusion.“

Auch Diagnostik und Elternarbeit

Dieser breit gefasste Begriff spiegelt sich auch in den Inhalten des Aufbaubildungsganges wider. Neben allgemeinen pädagogischen Grundlagen inklusiver Bildung spielen auch Diagnostik und Elternarbeit eine wichtige Rolle. „Wir müssen unsere Absolventen natürlich fit machen in der Arbeit mit besorgten Eltern, die sich um die Entwicklungschancen ihrer Kinder sorgen“, so Gebhardt. „Wir denken aber, dass jedes Kind von heterogenen Gruppen profitieren kann.“

Natürlich wird auch in einer inklusiven Bildungsumgebung individuelle Förderung notwendig sein. „Deshalb wird auch im Bereich der Diagnostik unterrichtet. Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, zu erkennen, wann Fachdienste mit ins Boot genommen werden müssen“, sagt Hirschberg.

Frühestens im Februar 2013 kann das Angebot am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg an den Start gehen. Bis dahin muss das Konzept verfeinert und abgestimmt werden.

 
 

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