Junge Hagener Drogenhändler hatten Axt griffbereit

Helmut Ullrich
Das Gericht in Hagen verhandelt den Fall.
Das Gericht in Hagen verhandelt den Fall.
Foto: Kurt Michelis
  • Zwei junge Hagener wegen Drogenhandels vor Gericht
  • Bei Geschäften lag Axt griffbereit
  • Daher erwartet sie hohe Haftstrafen

Wehringhausen. Verräterischer Marihuana-Gestank in einem Hausflur in Wehringhausen hatte zwei Hausbewohner, die sich vorher nicht kannten, zusammengeführt. Beide haben eine gewisse Vorliebe für Drogen. Diese wurde ihnen zum Verhängnis. Seit 17. März sitzen sie in Untersuchungshaft, seit gestern stehen sie vor Gericht.

Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, bewaffnetes Handeltreiben, weil sich auch eine Axt in der Wohnung befand, die als Rauschgift-Lager diente: Für die angeklagten Männer geht es um Jahre hinter Gittern.

Ein Kilo Amphetamin verkauft

Die genauen Vorwürfe trägt Staatsanwältin Nadine Klein vor: Der Ältere (25) soll im vergangenen September „ein Kilo Amphetamin zum gewinnbringenden Weiterverkauf vorgehalten haben“. Gelagert wurden die Betäubungsmittel in der Wohnung des Jüngeren (20), vier Etagen darüber: Eine Restmenge, ein Pfund Amphetamin, entdeckten die Ermittler später im Kühlschrank.

Was die gesetzliche Strafandrohung erhöht, ist der Vorwurf, dass sich im Wohnzimmer, „griffbereit unter dem linken Sessel“, auch eine Axt befand. Im Keller waren zudem noch Amphetamin, Marihuana und Heroin versteckt.

„Und wie war das mit den Pflanzen?“, fasste Vorsitzender Richter Marcus Teich nach, „auch schon mal was abgeerntet worden?“ Nein. Die Marihuana-Plantage in der Wohnung blieb angeblich unangetastet.

Kammer gab Einschätzung

Auf Anregung von Verteidiger Philippos Botsaris wurde ein Rechtsgespräch geführt. Die Kammer gab ihre Einschätzung zu erkennen: Es könnte für beide auf ein Strafmaß zwischen dreieinhalb und vier Jahren Gefängnis hinauslaufen. Das Verfahren wird fortgesetzt.