Jürgen Ortmüller: „Duisburger Zoo ist ein Auslaufmodell“

Jürgen Ortmüller
Jürgen Ortmüller
Foto: WP

Hohenlimburg.. Nach der Vorlage des dramatischen Bilanzergebnisses und des Risikoberichtes im November durch die Wirtschaftsprüfer für den Zoo Duisburg und nach Bekanntwerden des erneuten Besucherrückganges im Jahr 2013 fordert das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) einen Abwicklungsplan für den Tierbestand zu erstellen.

Im Risikobericht für den Zoo für 2012 heißt es, dass die Zahlungsfähigkeit im Jahr 2013 nur durch eine einmalige Zuschusserhöhung der Stadt Duisburg um eine Million Euro auf insgesamt 3,2 Millionen Euro gewährleistet werden konnte. Aufgrund der Haushaltslage der Stadt mit mehr als 3,2 Milliarden Euro Schulden sei „ein ähnlich hoher Zuschuss für die Folgejahre fraglich“. Die Wirtschaftsprüfer stellen im Hinblick auf das „gefährdete Fortbestehen des Zoos“ in ihrem Bericht die Forderung nach einem Sanierungsplan.

Das WDSF warnt mit seinem Geschäftsführer Jürgen Ortmüller (Hohenlimburg), der bekanntlich Steuerberater ist, davor, dass der Zoo aufgrund des erneuten Besucherrückgangs nicht mehr zahlungsfähig sein wird und bei einer Insolvenz das Überleben der vorhandenen Tiere gefährdet sei. Ortmüller: „Der Zoo Duisburg ist mit seinem Delfinarium ein Auslaufmodell. Mit seiner unglücklichen Delfinhaltung und Nachzucht hat der Zoo auf das falsche Pferd gesetzt und über 100 000 Besucher verloren.“ Der Hohenlimburger weiter: „Die Besucher nehmen das bisherige Zookonzept nicht mehr an. Wir haben seit Ende 2010 vor dem Haupteingang mit mehr als 80 000 Info-Faltblättern den Missbrauch der Delfine verteilt. Der Zoo Duisburg sollte seine übrigen Tiere, soweit sie nicht ausgewildert werden können, an die benachbarten Zoos, bei gleichzeitigem Stopp von Nachzuchten und Neuzugängen in allen Zoos, abgeben und sich überlegen, ob er seine Anlage nicht zu einer Pflegestation für kranke und verletzte Tiere bedrohter Arten umfunktioniert. Dies wäre für alle Besucher ein bildungswirksames Vorzeigeobjekt. Die Delfine sollten in menschenbetreuten Meereslagunen ihr Gnadenbrot finden.“

 
 

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