Jetzt ist gemeinsame Resolution des Rats das Ziel

Diskutierten mit (v.l.):Claus Rudel, Andreas Kroll, Dr. Josef Bücker, und Jörg Klepper
Diskutierten mit (v.l.):Claus Rudel, Andreas Kroll, Dr. Josef Bücker, und Jörg Klepper
Foto: WP
Die Gegner des geplanten Umspannwerks von Amprion hätten gerne gleich die Unterschrift der Ratsvetreter unter eine Resolution gehabt. Doch die wollen nach einer erneuten Bürgerversammlung nun erst einmal beraten. Das Ziel ist aber klar: Eine gemeinsam Resolution aller Fraktionen im Rat.

Hagen-Garenfeld.. Das Ziel war eindeutig: Die Garenfelder Bürgerinitiative „Menschen unter Strom“ wollte ein klares Signal der Unterstützung durch die Hagener Politik. Unterstützung gegen den Bau des Amprion-Umspannwerkes in direkter Nähe der Wohnsiedlungen, für eine ernsthafte Alternativprüfung anderer Standorte. Das scheint zunächst geglückt, wenn auch auf Umwegen.

Vertreter aller Ratsparteien hatte die Bürgerinitiative zum Gespräch über die letzten Entwicklungen in der Causa „Umspannwerk“ geladen. Die erste Enttäuschung gab es schon vor dem Termin: Rund 80 Telefonate habe man geführt, doch die Resonanz sei erschreckend gewesen, erklärte Sprecher Alexander Dampmann: „Uns wurde teilweise sogar offen gesagt, dass es in Hagen wichtigere Dinge gebe.“ Zu der Gesprächsrunde erschienen Jörg Klepper und für eine knappe Viertelstunde auch Melanie Purps (beide CDU), Dr. Josef Bücker (Hagen Aktiv) sowie Claus Rudel und Andreas Kroll (beide SPD). Vertreter der Grünen, der FDP sowie der „Bürger für Hagen“ blieben der Veranstaltung fern, die Linken hatten schon im Vorfeld ihre Unterstützung erklärt.

Auf falschem Fuß erwischt

Mit der Gesprächsrunde wollte die Initiative zum einen noch einmal über die Entwicklungen und Pläne des Energiekonzerns Amprion informieren. Zum anderen sollte ein Zeichen gesetzt werden: Eine vorbereitetes Papier unter dem Titel „Beschluss vom 25.10.2013“ lag bereit. Darin hieß es, die Unterzeichner würden alternative Standorte bei den Verantwortlichen ins Gespräch bringen und fordern, dass „diese Standorte als Varianten für den Bau einer Umspannanlage in Betracht gezogen werden und ernsthaft geprüft werden“.

Dampmann forderte die anwesenden Politiker auf, ihrer Unterstützung mit einer Unterschrift noch mehr Gewicht zu geben. Ein Schritt, der die Anwesenden auf dem falschen Fuß erwischte: „Ich kann heute Abend nicht im Namen meiner Partei etwas unterzeichnen, dass wir nicht geprüft haben“, fasste Claus Rudel die Überraschung seiner Kollegen zusammen. Im gleichen Atemzug betonte er jedoch auch: „Wir sind ja auf Ihrer Seite, aber wir sollten nach einer anderen Form der Unterstützung suchen.“

In der Diskussion herrschte Einigkeit darüber, dass eine gemeinsame Resolution aller Ratsfraktionen eine viel größere Wirkung haben könne. „Denn, auch wenn man es kaum glauben mag, wir können unter den Fraktionen auch durchaus zusammenarbeiten“, stellte Rudel mit einem Augenzwinkern fest. Inhaltlich solle sich die Resolution an dem vorbereiteten Schreiben von „Menschen unter Strom“ orientieren, erklärte Josef Bücker, betonte jedoch auch: „Wichtig ist, dass die Tür zum Dialog offen gehalten wird.“

Auf guten Willen angewiesen

Worte, die Arne Spieker gerne hörte: Als Vertreter der Geschäftsstelle „Dialog schafft Zukunft“ des Wirtschaftsministeriums NRW war es ihm wichtig, dass alle Akteure an einen Tisch zurückkehren. „Wir sind uns sicher, dass Amprion, die Stadt Hagen und die Bürgerinitiative vernünftig miteinander verhandeln können. Dafür wollen wir einen Rahmen schaffen“, so Spieker. Die Teilnahme an solchen Gesprächen sei allerdings freiwillig. Oder, wie Jörg Klepper es ausdrückte: „Wir sind auf den guten Willen aller Beteiligten angewiesen.“

Um diesen guten Willen auf allen Seiten zu fördern, solle die Politik mit einer gemeinsamen Resolution einen wichtigen Schritt machen. Diese soll auf dem Schreiben von „Menschen Unter Strom“ basieren, das zunächst an alle Fraktionschefs im Rat geht. Dort soll dann ein allgemeiner Resolutionstext entworfen werden, der auch von der Bürgerinitiative unterzeichnet und bei der nächsten Ratssitzung am 14. November eingebracht werden soll.

 
 

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