„Jeder kann aktiv mitmachen“

Die Bürgerinitiative machte am Dienstagabend deutlich: Keine 380kV-Leitungen über Wohngebieten
Die Bürgerinitiative machte am Dienstagabend deutlich: Keine 380kV-Leitungen über Wohngebieten
Foto: WP
25.000 Euro muss die Bürgerinitiative „Hohenlimburg unter Höchstspannung“ aufbringen, um vors Bundesverwaltungsgericht zu ziehen. Im Rahmen einer Anwohnerinformationsveranstaltung informierten Anwälte die Bürger über mögliche Rechtswege, um die geplante 380-kV-Leitungstrasse aus Wohngebieten fernzuhalten.

Hohenlimburg..  Die Bürgerinitiative „Hohenlimburg unter Höchstspannung“ mobilisiert die Massen. Denn am Dienstagabend war es im „Zehner-Treff“ am Kirchenberg rappelvoll. Dorthin hatten die Initiatoren gegen die geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung eingeladen, um die Anwohner zu informieren und eine Strategie gegen den Bau der vom Netzbetreiber Amprion geplanten Leitungen zu entwickeln. Diese sollen, so die Initiative, nämlich auch nicht über die Wohnhäuser der Reher Heide führen. Deshalb stand in großen Lettern unübersehbar auf dem Informations-Banner: „Keine 380-kV-Leitungen über Wohngebieten.“

„Wollen versuchen, uns zu wehren“

Diese Aussage wird auch die Mitglieder der Bürgerinitiative Reh zufriedenstellen, die aufmerksam den Wortbeiträgen lauschten.

Zunächst machte Lothar Jäckel deutlich: „Wir wollen versuchen, etwas anzuzetteln und uns zu wehren.“ Er selbst, so betonte er, habe Angst vor der 380-kV-Leitung. Deshalb habe die Initiative bereits Kontakt zu einem renommierten Düsseldorfer Fachanwalt aufgenommen. Darüber hinaus müsse man Einfluss auf die politische Schiene und Einfluss auf den Regierungspräsidenten nehmen.

Rechtsanwältin Claudia Scholten erörterte noch einmal die rechtliche Situation und hob hervor, dass jeder Bürger seine Betroffenheit zum Ausdruck bringen müsse. „Wir fordern jeden auf, aktiv mitzumachen. Es betrifft doch Gesamt-Hohenlimburg.“ Um dann zu ergänzen: „Bombardieren Sie den Regierungspräsidenten mit Briefen.“ Schließlich hatte der Regierungspräsident vor einigen Monaten bei einem Ortstermin die Variante durch den Wald als vorzugswürdig erachtet.

Kosten in Höhe von ca. 25.000 Euro

Und darauf basiert nun die Hoffnung der Hohenlimburger Bürger, mit einer Klage gegen die Amprion-Pläne vor dem Bundesverwaltungsgericht Erfolg zu haben. Weil, so Claudia Scholten, alle anderen dort gesprochenen Urteile mit der Situation in Hohenlimburg nicht vergleichbar seien. „Denn hier hat sich der Regierungspräsident im Raumordnungsverfahren für die Umgehung ausgesprochen.“

Die möglichen Kosten bezifferte die Rechtsanwältin auf ca. 25.000 Euro, die von der Bürgerinitiative aufgebracht werden müssen, um vors Bundesverwaltungsgericht zu ziehen. Um diese Summe stemmen zu können, soll nun von einem Steuerfachmann geprüft werden, ob eine Gemeinnützigkeit zu bekommen ist und die Spenden somit steuerlich absetzbar sein können.

In der anschließenden Diskussion regte Klaus-Peter Hornung an, „quer zu denken und Ideen zu sammeln, um so die Amprion-Pläne auszuhebeln.“ Und Horst Sikora ergänzte: „Auch die Stadt Hagen muss mal was für ihre Bürger tun.“

 
 

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