Ja zu Millionen-Darlehen

Hagen..  Der Rat hat gestern Abend nach intensiver Debatte einstimmig den Weg dafür frei gemacht, dass die Stadt Hagen als größter Anteilseigner der Enervie AG (42,7 Prozent) dem wirtschaftlich in Schieflage geratenen heimischen Energieversorger mit knapp 30 Millionen Euro finanziell unter die Arme greift. Das Geld, das zur Liquiditätssteigerung absehbar im Oktober in die Enervie-Kassen fließt, wird letztlich die Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (HVG) aus Rücklagen zur Verfügung stellen oder als Kredit aufnehmen. Die Stadt sichert diesen Geldtransfer zu 80 Prozent mit einer Ausfallbürgschaft ab. Die HVG kann für den Gesellschafterbeitrag mit einem Zinssatz von 4,22 Prozent kalkulieren.

Mit dem Millionen-Abfluss bei der HVG hat die Stadttochter aber auch deutlich gemacht, dass die in den nächsten Jahren wegbrechende Enervie-Dividende von jährlich etwa sieben Millionen Euro künftig nicht mehr von der HVG aufgefangen werden kann. Hier wird künftig der Kämmerer mit seinem Nothaushalt für Kompensation sorgen müssen. Alternativ hat der HVG-Aufsichtsrat bereits angeregt, dass ab 2016 die Stadt die Enervie-Darlehensverpflichtung übernimmt. In diesem Jahr war dies noch nicht möglich, weil der dafür erforderliche Nachtragshaushalt von der Kommunalaufsicht niemals genehmigt worden wäre.

 
 

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