Inspiration vieler Künstler unter einem Dach

Künstlerin Heike Wahnbaeck (links) erklärt den Besuchern Christina und Volker Richter die Intention ihrer Kunst
Künstlerin Heike Wahnbaeck (links) erklärt den Besuchern Christina und Volker Richter die Intention ihrer Kunst
Foto: WP

Hohenlimburg/Elsey..  Woher nimmt der Künstler seine Inspiration, wie lange dauert die Herstellung eines seiner Werke? Antworten auf diese und viele weitere Fragen lieferten die Kreativen selbst beim Projekt-Tag „Planet Hagen – Entdeckungstour in kreative Sphären“ am Samstag.

Viele der Besucher nutzten die sonst nicht sehr häufige Gelegenheit, in intensiven Gesprächen mehr über die Arbeits-Motivation der Künstler zu erfahren. Im Werkhof-Kulturzentrum standen dazu heimische Kunstschaffende aus den Bereichen Malerei und Fotografie, Keramik, Linoldruck sowie Rauminstallationen vor ihren Kunstwerken zu Rede und Antwort bereit. Schon die Bandbreite unterschiedlicher Werke war beeindruckend. „Es gefällt uns sehr, hier so viele Künstler auf einmal erleben zu können, das Konzept ist toll“, waren sich etwa Christina und Volker Richter einig. „Wann hat man sonst die Chance so verschiedene Künstler in einem Haus zu entdecken?“ Das Ehepaar aus Hagen hatte den Werkhof als Ausgangspunkt für ihre Entdeckungsreise in die Kreativ-Szene gewählt.

Beeindruckende Werke

Beeindruckt waren sie auch von den Werken Heike Wahnbaecks. Sie zeigte in den Katakomben des Werkhofes Wandfahnen, bedruckt mit Bildern und Schriften aus verschiedenen Erdteilen, Fotografien und Keramiken. „Ich lasse mich auf Reisen inspirieren und suche dabei den Kontakt zu den Menschen“, erläuterte die Künstlerin. „Einen besonderen Satz, der den Menschen wichtig ist, habe ich dann zusammen mit passenden Motiven auf die Fahne gedruckt.“ So brachte sie ein beeindruckendes Stück Sri Lankas, Belizes und Kenias in den Werkhof. „Ich freue mich, dass wir hier gemeinsam im Werkhof ausstellen können“, sagte Wahnbaeck über das Ausstellungskonzept. „Das belebt den Werkhof ungemein.“

„Designkitsch“

So wie alle Kunstwerke waren auch die von Andreas Edgar Busch eine Entdeckung wert. „Designkitsch“ nennt er seine Werke, die er aus unzähligen Strohhalmen zu alltagstauglichen und ästhetischen Lampenschirmen formt. Einen Teil des Raumes hatte er als toskanische Sitzecke inszeniert, an den Wänden hingen Skizzen, die an schwarze Wollknäule erinnerten. Schonungslos ehrlich beantwortete er dazu die Fragen der Besucher - etwa was der Künstler sich bei der Anfertigung der Skizzen denke: „Eigentlich wenig“, gab Busch zur Antwort. Gerade das versetzte die Besucher schwer ins Nachdenken über seine Kunst.

Während im Werkhof das Bestaunen der fertigen Arbeiten im Vordergrund stand, konnten auf der anderen Lenne-Seite interessierte Besucher bei der Entstehung eines Werkes zusehen: Karin Heyltjes, Zeichnerin und Druckgrafikerin, erläuterte und führte in ihrem kleinen Atelier den Ablauf eines Linol-Druckverfahrens vor. Am Computer verfremdet sie eigene Fotografien und überträgt sie dann auf eine Linol-Platte. In einem zeit- und kraftintensiven Arbeitsschritt („so zwei bis drei Tage“) kratzt sie mit Schneidwerkzeugen das Motiv in das Linol. Dann wird die fertige Druckplatte eingefärbt und das Motiv, meist auch nur ein Ausschnitt daraus, auf Papier gepresst. Das macht Karin Heyltjes mehrmals hintereinander, mit anderen Farben. Bis zu zwölf Farbschichten trägt die Künstlerin auf das Trägermaterial auf. Das Ergebnis ist ein Kaleidoskop aus Farben und Formen, in denen der Betrachter noch Teile des Druckmotivs oder gänzlich anderes entdecken kann. „Ich weiß nicht, was am Ende des Entstehungsprozesses daraus entsteht. Ich bin selbst immer wieder überrascht. Das ist so toll an meiner Arbeit.“

Viele inspirierende Eindrücke konnten die Besucher an diesem Tag auf dem „Planet Hagen“ sammeln. Und einige wünschten sich schon bald eine Neuauflage dieses Projekts.

 
 

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