Innenstadtring in Hagen für Lastwagen gesperrt

Auf diesem Abschnitt am Finanzamt ist die Schadstoffbelastung so hoch, dass hier ab Juli keine Lastwagen mehr fahren dürfen.
Auf diesem Abschnitt am Finanzamt ist die Schadstoffbelastung so hoch, dass hier ab Juli keine Lastwagen mehr fahren dürfen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Stadtentwicklungsausschuss billigt Kompromiss
  • Sperrung zwischen 6 und 20 Uhr
  • Auswertung Anfang nächsten Jahres

Hagen.. Der Märkische Ring wird zwischen Emilienplatz und der Kreuzung Rathausstraße/Rembergstraße ab 1. Juli zunächst befristet bis zum 31. Dezember an allen Tagen zwischen 6 und 20 Uhr für Lastwagen ab 3,5 Tonnen gesperrt. Auf diesen Kompromiss einigten sich gestern die Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss.

Zustimmen muss der Maßnahme, die Bestandteil der Fortschreibung des Luftreinhalteplans ist, heute noch der Rat. Lkw sollen weiträumig um den Belastungspunkt zu ihren Zielen herumgeleitet werden und nicht die kilometerweite Umleitung über Rembergstraße, Feithstraße und Heinitzstraße rollen.

Pilotprojekt in der Innenstadt

Von einem „Pilotprojekt“ spricht Dr. Stephan Ramrath (CDU), Vorsitzender des Ausschusses, und betont die zeitliche Befristung der Maßnahme. „Mit der Sperrung einher geht die Installation einer weiteren Messstation, die die Stickstoffdioxid-Werte aufzeichnet. Diese Messungen können im Gegensatz zur bestehenden Station jederzeit abgerufen werden.“

Die bisherigen Messungen lassen keine Rückschlüsse auf bestimmte Tage, Jahreszeiten oder andere äußere Umstände zu, sondern liefern lediglich einen Jahresdurchschnittswert, der sich trotz temporärer Sperrungen der so genannten Finanzamtsschlucht weiterhin im kritischen Bereich bewegt. Würden kurzfristig keine weiteren Maßnahmen ergriffen, so erklärt Umweltamtsleiter Dr. Ralf-Rainer Braun, so drohen zum einen Strafzahlungen durch die EU, die über Bund, Land und Bezirksregierung in Hagen Landen könnten. Zum anderen könnten auch betroffene Anwohner die Stadt vor Gericht zerren.

Kritische Sichtweise

Läuft die Dauersperrung Ende des Jahres aus, erhofft sich die Politik durch die zusätzliche Messstation belastbare Schadstoffwerte, die wiederum mit den Phasen einer temporären Sperrung des rund 200 Meter langen Straßenabschnitts verglichen werden können. Bislang war der Märkische Ring immer dann gesperrt worden, wenn Tage mit hoher Belastung drohten. „Wir wollen dann ganz genau gucken, ob und welche Effekte eine Dauersperrung hat“, so Ramrath, dessen Fraktion die permanente Sperrung einer so bedeutenden Verkehrsachse für Lastwagen durchaus kritisch sieht.

Auch deshalb hatte die CDU in der Sitzung einen umfassenden Prüfauftrag an die Verwaltung vorgelegt und darin unter anderem ein „integriertes städtebauliches Gesamtkonzept gefordert“. Ferner hatte sie zahlreiche Maßnahmevorschläge ergänzt bzw. geändert. Die Rede war u.a. von einer Mautpflicht für Hagen, von einer flüssigeren Verkehrsführung durch eine Temporeduzierung auf 30 oder 40 km/h und einer Öffnung der Holzmüllerstraße (hinter der Volme-Galerie) für den Durchgangsverkehr in Richtung Rathaus-Galerie. All das soll die Verwaltung jetzt abarbeiten.

Abarbeitung dauert bis Ende des Jahes

Immerhin: Lob für die „Fleißarbeit“ bekamt die CDU von der SPD. „Der Beschluss, den Verkehr komplett aus der Holzmüllerstraße heraus zu nehmen, war seinerzeit falsch“, so Jörg Meier, „dadurch haben wir die Belastung am Märkischen Ring erhöht.“ Mit Blick auf die überlastete Planungsverwaltung forderte er, das Thema mit höchster Priorität anzugehen. Baudezernent Thomas Grothe kündigte in der Sitzung an, dass mit einer Abarbeitung des Prüfauftrags nicht vor Ende des Jahres zu rechnen sei.

 
 

EURE FAVORITEN