„Infrastrukturkanäle anschauen“

Der Infrastrukturkanal liegt in der Erde und stört das optische Empfinden der Bevölkerung nicht
Der Infrastrukturkanal liegt in der Erde und stört das optische Empfinden der Bevölkerung nicht
Foto: WP

Hohenlimburg.  „Es ist ein Vorschlag, den sich unsere Techniker anschauen werden.“ Das sagte gestern Dr. Andreas Preuß, Sprecher des Netzbetreibers Amprion zum Vorschlag der in Berchum beheimateten „e-line-technical-infrastrucure“-Gesellschaft. Deren Geschäftsführer Diplom-Ingenieur Jürgen Tilsner und Prof. Dr.-Ing. Frank Fasel hatten unlängst in unserer Zeitung die Möglichkeit dargestellt, das Teilstück der Leitungen zwischen Berchum und dem Steltenberg in Letmathe der 380-kV-Höchstspannlungsleitung zwischen Dortmund-Kruckel nach Dauersberg in Rheinland-Pfalz in Infrastrukturkanälen aus Beton verschwinden zu lassen. Zur Beruhigung der Anwohner aus Reh und Elsey, die bei einem Bau der Höchstspannungsleitungen um Wohn- und Lebensqualität fürchten. Je nach Wahl der Trassenführung.

Im kommenden Jahr möchte die Amprion das dazu erforderliche Planfeststellungsverfahren einleiten. „Transparenz führt dabei zu Verständnis“, betonte Claas Hammes, Amprion-Sprecher für die Projektkommunikation. Deshalb möchte er bis zum Sommer des kommenden Jahres viele Gespräche führen und die Hohenlimburger Bürger im anstehenden Planfeststellungsverfahren mitnehmen.

Dabei verhehlt er im Gespräch mit dieser Zeitung nicht, dass sein Unternehmen gegenwärtig die angedachte Vorzugstrasse für die Höchstspannungsleitung auf der bereits vorhandenen Trasse durch Elsey weiterhin als die rechtssicherste Variante einschätze. Aber, so räumt er ein, möglicherweise ergeben sich Hinweise, die zu anderen Bewertungen führen.

Mitte 2016 möchte Amprion dann für Hohenlimburg das Planfeststellungsverfahren eröffnen, um im Jahr 2018 dem Regierungspräsidenten als Aufsichtsbehörde die Planfeststellungsunterlagen zur Genehmigung vorzulegen. Wenn es nicht zu zeitraubenden Klageverfahren kommt, könne der Baubeginn für die Höchstspannungstrasse das Jahr 2021 sein. Eine Voraussetzung dafür sei, dass der RP keine Einwände habe.

Dass der geplante Trassenverlauf in Hohenlimburg viel und kontrovers diskutiert wird, ist den Planern der Amprion bewusst. Ist deshalb der von der „e-line technical infra­structure“-Gesellschaft angeregte Bau eines Infrastrukturkanals nicht eine sinnvolle Alternative, die von allen Bürgern getragen wird?

Claas Hammes sieht trotz des Gesprächsangebotes seines Unternehmens dieses Modell aktuell als nicht realistisch an, weil diese Technik nicht erprobt und auch nicht angedacht sei, diese in eines der vier von der Bundesregierung gewollten Pilotprojekte einfließen zu lassen. Ein weiterer Grund: „Es gibt zu Infrastrukturkanälen bislang keine Erfahrungen, weil diese Technik in der Hochspannung bislang nirgends eingesetzt ist“, so Dr. Andreas Preuß.

Versorgung nicht gefährden

Weil diese Leitungen zur Stromversorgung von Norden nach Süden wichtig sind, dürfe sich der Netzbetreiber im Sinne der Kunden keinen Ausfall erlauben. Deshalb sei es sinnvoll, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten, auf die durch die Luft gekühlten Freileitungen zu bauen und so wenig wie möglich auf isolierte Kabel zu setzen. Diese sind für die Infrastrukturkanäle vorgesehen. Hammes: „Bei diesen ist aufgrund der zu erwartenden Wärmeentwicklung ein Ausfallrisiko erheblich höher.“

 
 

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