Informative Wanderung durch das idyllische Nahmertal

Rund achtzig Wanderer machten sich vom Kronenburgplatz auf in Richtung Koenigsee. Auch an der ehemaligen Kleinbahn an der Ludwigstraße informierten Dr. Wilhelm Bleicher und Wolfgang Köhler die Wanderer.
Rund achtzig Wanderer machten sich vom Kronenburgplatz auf in Richtung Koenigsee. Auch an der ehemaligen Kleinbahn an der Ludwigstraße informierten Dr. Wilhelm Bleicher und Wolfgang Köhler die Wanderer.
Foto: WP
Die Bürgerinitiative Pro Nahmer hatte zu einer informativen Wanderung durchs idyllische Tal geladen - und viele, viele Hohenlimburger kamen zur Freude der Organisatoren. So durften Wolfgang Köhler und der fachkundige Referent Dr. Wilhelm Bleicher, selbst ein Ur-Nahmeraner, beim Start rund achtzig Wanderer am Kronenburgplatz begrüßen.

Hohenlimburg.. Dr. Wilhelm Bleicher erwies sich an diesem Nachmittag als ebenso wortgewandter wie launiger Redner, der einmal mehr mit einem ungeheuren detaillierten Fachwissen über das Nahmertal glänzte, in dem er einst als Kind und Jugendlicher groß geworden war.

Besonders nett, dass zahlreiche ehemalige Klassenkameradinnen sich mit auf die rund dreistündige Wanderung begaben.

„Es ist nicht möglich, alles darzustellen, was in den zurückliegenden Jahren erforscht worden ist“, verdeutlichte Dr. Bleicher schon zur Begrüßung, dass das Nahmertal mit seiner bedeutenden Industriegeschichte eine unerschöpfliche Quelle für Wissenschaftler und für Hobby-Historiker ist.

Schon zu Beginn ließ der Wahl-Iserlohner aufhorchen, als er sagte: „Der wichtigste Standort Hohenlimburgs ist neben dem Schloss und dem Wesselbachtal der Kronenburgplatz. Er ist mit der gräflichen Kornmühle die Keimzelle des Nahmertales im Jahr 1242.“

Heute wird dieser Platz seiner einst so bedeutungsvollen Geschichte nicht mehr gerecht. Deshalb wünscht sich Wolfgang Köhler, dass dieser in Zukunft nicht mehr mit Mülltonnen bestückt ist, sondern zu einem Platz der Begegnung wird.

Entsprechende Anträge sind bereits an die Bezirksvertretung gestellt worden, bislang jedoch ohne Resonanz und ohne Gegenliebe geblieben.

An der Feuerwehrwache Gasstraße informierte der Nahmeraner Löschgruppenführer Torsten Rummenhohl über den Fuhrpark mit dem funkelnagelneuen Einsatzfahrzeug TLF 16/25. Dieses 400.000 Euro teure Fahrzeug wird in den kommenden Tagen in den Dienst gestellt und fand deshalb das besondere Interesse der Wanderer. Diese erreichten anschließend über die Ludwigstraße mit der sanierten Kleinbahn-Lok und den Werkstätten von Pro Integration eines der geschichtsträchtigsten Häuser an der Schleipenbergstraße, in dem ab dem Jahr 1751 ein Kupferhammer für industrielles Leben gesorgt hatte.

Durch den „düsteren Siepen“ führte der Weg zum Gelände des Krupp-Werkes IV. Dr. Wilhelm Bleicher erinnerte hier an das Katastrophenjahr 1993, als die „feindliche Übernahme“ von Hoesch durch Krupp vollzogen worden war und diese einst so bedeutsame Produktionsstätte anschließend geschlossen wurde. Fast zwanzig Jahre später wurde das Werk in der Rekordzeit von 19 Tagen abgerissen, wie Wolfgang Köhler zum Abschluss der Wanderung im Restaurant „Adler“ in einem informativen Kurzfilm dokumentierte.

Der Koenigsee mit seinen inzwischen 200 seltenen Pflanzenarten war die letzte offizielle Station der Wanderung. Hier machte Pro Nahmer noch einmal deutlich, was nach 1995, als das Wasser der kleinsten Talsperre Europas abgelassen werden musste, in intensiven Gesprächen erreicht - oder auch nicht erreicht - worden ist. Dennoch zeigte sich Wolfgang Köhler zufrieden. Das Wasser in diesem neuen Biotop hat mittlerweile den Höchststand erreicht und auch die Lehrpfade sind fast erstellt.

Jetzt müssen „nur“ noch die Abschlussarbeiten getätigt und die vom BUND gefertigten Informationstafeln aufgestellt werden, damit der außerschulische Lehrpfad die heimischen Schüler und auch die älteren Generationen zu einer Informationstour durch ein faszinierendes Tal mit einer so bedeutenden Geschichte lockt.

Fehlen durften natürlich nicht die von Dr. Wilhelm Bleicher vorgetragenen Anekdoten um das Restaurant „Lahmer Hase“, das längst zu einem Wohnhaus umfunktioniert, aber aus der amüsanten Welt der Hohenlimburger Legenden und „Vertellkes“ nicht wegzudenken ist.

Bei einer kurzen Stippvisite auf der „Köhlerschen Ranch“ im Wördener Bachtal verwöhnten die Organisatoren Gaby Lübke und Wolfgang Köhler ihre Gäste.

 
 

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