Hagen

„Information des Aufsichtsrats im Vorfeld mangelhaft“

Foto: WP Michael Kleinrensing
Stefan Sieling (43) von Hagen Aktiv ist Mitglied im Aufsichtsrat der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (HGW). Er äußert sich zur Kaerger-Affäre und nennt die Abschiedsparty des ehemaligen Geschäftsführers der HGW, Harald Kaerger, "absolut inakzeptabel".

Hagen. Stefan Sieling (43) von Hagen Aktiv ist Mitglied im Aufsichtsrat der HGW und äußert sich zur Kaerger-Affäre.

Frage: Welche Konsequenzen zieht der Aufsichtsrat aus der Kaerger-Affäre?

Stefan Sieling: In der Sitzung am Dienstag haben sich meines Erachtens keine Anhaltspunkte für eine Mitschuld von Aufsichtsratsmitgliedern für die Planung, Organisation oder Durchführung der absolut inakzeptablen und ausschweifenden Abschiedsparty des Herrn Kaerger ergeben. Im Übrigen hat Herr Kaerger eine Erklärung abgegeben, in der er ausdrücklich die alleinige Verantwortlichkeit übernimmt.

Frage: Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe zu beaufsichtigen...

Sieling: Ein Aufsichtsrat ist zunächst nicht dafür zuständig, Abschiedsfeiern für ausscheidende Geschäftsführer zu organisieren oder zu genehmigen. Allerdings kann ich Herrn Schisanowski den Vorwurf nicht ersparen, den Aufsichtsrat möglicherweise nicht ausreichend über den Stand der Dinge informiert zu haben. Sollten sich im Nachgang Anhaltspunkte für eine konkrete Mitschuld ergeben, sind Konsequenzen unausweichlich.

Frage:

Beziehen Sie das nur auf Herrn Schisanowski oder schließen Sie sich da mit ein?

Sieling: Natürlich.

Frage: Warum haben Sie nicht, wie drei Kollegen, den Verzicht auf ihr Sitzungsgeld erklärt?

Sieling: Weil das meines Wissens, ähnlich wie bei der Beamtenbesoldung, so nicht möglich ist, so sehr mir der Gedanke sympathisch war. Ich hatte aber vorgeschlagen, die gesamten Sitzungsgelder vom Dienstag zu einem späteren Zeitpunkt einem wohltätigen Zweck zuzuführen. Leider wurde der Vorschlag nicht aufgegriffen.

Frage: Glauben Sie, dass Herr Kaerger die vom Aufsichtsrat geforderten 21.000 Euro zurückzahlt?

Sieling: Das wird sich zeigen. Christian Kurrat und ich waren übrigens die einzigen Vertreter, die gefordert haben, dass Herr Kaerger die gesamten Partykosten zurückzahlt. Leider konnten wir uns mit diesem Verlangen nicht durchsetzen.

Frage: Wie soll es Ihrer Meinung nach nun weitergehen?

Sieling: Wichtig ist die Wiedergutmachung des entstandenen finanziellen Schadens durch den Verursacher: Und das ist nun mal eindeutig Herr Kaerger. Was den mit der Affäre verbundenen Imageschaden für die HGW betrifft, wird der nur durch zukünftige Arbeit zu heilen sein. Hierzu habe ich im Aufsichtsrat den Vorschlag eingebracht, durch einen verbindlichen, nachvollziehbaren Verhaltenskodex künftig eine bessere Kontrolle zu gewährleisten. Dieser Vorschlag wird im Übrigen in der kommenden Ratssitzung auch für alle anderen städtischen Beteiligungen beraten.

 
 

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