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Illegale Müllkippen werden in Hagen immer mehr zum Problem

Illegale Müllkippen werden in Hagen immer mehr zum Problem

Die Vermüllung in Hagen hat einen neuen, negativen Höhepunkt erreicht: Sage und schreibe 550 Kilogramm illegal abgeladenen Müll musste der Hagener Entsorgungsbetrieb an einem einzigen Tag von einem Containerstandort entfernen. Auch anderswo in der Stadt wird die Verschmutzung zum Problem.

Hagen. 

Die Vermüllung der Stadt hat einen neuen, negativen Höhepunkt erreicht: Am Containerstandort neben dem Discounter Lidl in Eilpe sammelte ein Mitarbeiter des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB) am Montag vergangener Woche sage und schreibe 550 Kilogramm illegal entsorgten Abfall ein. „Ein trauriges Highlight, wenngleich es an den Montagen immer dramatisch aussieht“, kommentierte HEB-Sprecherin Jacqueline Jagusch die schier unglaubliche Müllmenge. Neben Kartonagen und Glasbehältern fanden sich in den Abfallbergen Sperr- und Hausmüll sowie verfaulte Lebensmittel und Essensreste – was die Entsorgung für die Müllwerker immer zu einer besonders ekelhaften Aufgabe werden lässt.

Auch an anderen Stellen hat die Verschmutzung ungeahnte Dimensionen erreicht. So muss der HEB vom Friedensplatz in Altenhagen Tag für Tag 200 Kilo wild entsorgten Abfall abtransportieren – das macht 1,2 Tonnen Müll pro Woche (sonntags wird nicht gereinigt). Und wenn am Depotcontainerstandort in der Augustastraße in Wehringhausen nicht sechs- bis achtmal in der Woche ein Entsorgungsfahrzeug Halt machen würde, sähe es dort wohl aus wie auf einer Mülldeponie.

Vor diesem Hintergrund wird der Ruf nach dem Mülldetektiv, der im Frühjahr 2013 insgesamt 1500 Müllferkel auf frischer Tat ertappte, wieder laut. „Wir dürfen diese Zustände nicht länger hinnehmen, das ist eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung“, sagt Hans-Georg Panzer, Vorsitzender des Umweltausschusses. Er kündigte eine konzertierte Aktion aller politischen Kräfte an und lobte ausdrücklich die Arbeit des Detektivs: „Wenn der in gut zwei Monaten so viel Geld eingebracht hat, dann hat er effektiv gearbeitet.“

22.300 Euro Einnahmen

Tatsächlich hat der Mülldetektiv, der zwischen dem 25. April und 30. Juni 2013 mit seiner Kamera auf der Lauer lag, dafür gesorgt, dass inzwischen 22.300 Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern in die Stadtkasse gespült wurden. Zwar erhob manch ein Müllsünder Einspruch gegen das verhängte Knöllchen, doch mit Genugtuung hat man im Rathaus und beim HEB registriert, dass Umweltrichterin Susanne Wegner die Tätigkeit des Ermittlers ausdrücklich lobte: „Ich habe bisher keine Hinweise darauf gefunden, dass der Detektiv nicht zuverlässig gearbeitet hätte.“

Auch beim HEB denkt man angesichts der immer stärkeren Verschmutzung darüber nach, den Detektiv wieder einzustellen: „Wir haben es mit einem ernst zu nehmenden Problem zu tun“, so Dr. Herbert Bleicher, Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens. Ein Problem, das immer schlimmere Ausmaße annehme, weshalb man schon darüber diskutiert habe, einige Containerstandorte aufzugeben: „Aber was passiert dann?“ fragt sich Bleicher. Werden die Müllferkel ihren Unrat dann im Wald oder auf der Straße entsorgen?

Höhere Strafgelder

Fakt ist, dass die Abfallmengen im vergangenen Jahr, als bekannt war, dass ein Detektiv die Container überwachte, nachließen. Ähnliche Erfahrungen machte die Bezirksvertretung Haspe, als sie vor acht Jahren einen Detektiv zur Kontrolle des Mülldepots an der Preußerstraße engagierte. „Die Müllberge haben sich damals erheblich verringert“, erinnert sich der ehemalige Bezirksbürgermeister Jochen Weber. Doch weil das Rechtsamt juristische Bedenken gegen die Kameraüberwachung geltend gemacht habe, sei der Versuch abgebrochen worden: „Und prompt nahm die Vermüllung wieder zu.“ Weber plädiert nicht nur dafür, dauerhaft einen Mülldetektiv einzusetzen, sondern auch die Strafen für Müllsünder, die sich zumeist zwischen 10 und 35 Euro bewegen, deutlich anzuheben.

Die Überzeugung, dass man in Hagen dauerhaft gegen die vorsätzliche Verdreckung öffentlicher Plätze vorgehen muss, gewinnt offenbar an Boden.