Hundekot verdreckt Straßen und Plätze

Hubertus Heuel
Sara Venzke beklagt sich über die Verschmutzung vor ihrem Geschäft.
Sara Venzke beklagt sich über die Verschmutzung vor ihrem Geschäft.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen. An manchen Tagen ist der Vorgarten von Hans-Peter Mergard (68) aus der Helmholzstraße in Altenhagen mit Hundehaufen übersät: „Regelrechte Völkerwanderungen mit Hunden sind das hier“, beklagt der ehemalige Architekt, der die Nase gestrichen voll hat: „Es stinkt bestialisch.“

Mergard ist bei weitem nicht der einzige Einwohner dieser Stadt, der sich über die zunehmende Verschmutzung von Bürgersteigen, Grünanlagen und Spielplätzen durch Hundekot aufregt. 8800 Vierbeiner sind in Hagen gemeldet, ihre Zahl steigt seit Jahren beständig an - und mit ihr offenbar auch die Zahl verantwortungsloser Hundebesitzer, die ihre Tiere hinmachen lassen, wo sie sich gerade befinden. „Das hat sich inzwischen zu einem großen Problem ausgewachsen“, bestätigt Martin Echterling, im Ordnungsamt zuständig für Stadtsauberkeit.

"Mit diesen Leuten kann man nicht diskutieren"

Auch Sara Venzke, Inhaberin einer Wäscherei an der Zietenstraße, kann davon ein Lied singen. Der Boden unter dem Ahornbaum direkt neben ihrem Geschäft ist vor lauter Hundehaufen nicht mehr zu sehen, es ist, im wahrsten Sinne des Wortes, eine bodenlose Schweinerei. Die Geschäftsfrau hat versucht, mit einigen der Hundebesitzer zu reden. Sie hat sie angesprochen, genau in dem Moment, in dem sich der Vierbeiner neben dem Ahorn niederließ. Aber das werde sie so schnell nicht wieder tun, sagt Sara Venzke: „Mit diesen Leuten kann man nicht diskutieren“, sagt sie. „Sie zeigen keinerlei Einsicht oder reagieren aggressiv.“

Eine Erfahrung, der Martin Echterling nur beipflichten kann: „Die Bürger trauen sich nicht, die Hundebesitzer anzusprechen, weil sie befürchten müssen, dass sie angegriffen werden.“ Auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes machten immer wieder die Erfahrung, dass Appelle an das gute Benehmen zu keinem Ergebnis führten: „Den Leuten ist es einfach egal, dass ihre Tiere die Stadt verdrecken.“

Patrouille erwischt selten einen Übeltäter

Wenn ein Besitzer mit seinem vierbeinigen Schützling auf frischer Tat ertappt werde - und nur dann sind 20 Euro Bußgeld fällig -, bekämen die städtischen Ordnungshüter stets die gleiche Ausrede zu hören: „Ich zahle doch Hundesteuer.“ Tatsächlich hat die Hundesteuer jedoch nichts mit der Stadtsauberkeit zu tun und entbindet schon gar nicht von der Verpflichtung, die Hinterlassenschaften des eigenen Tieres ordnungsgemäß zu entsorgen.

Besondere Problemzonen sind Altenhagen und Wehringhausen, aber auch die übrigen Stadtviertel sind mehr oder weniger flächendeckend mit Hundehaufen verunziert. Dass das Ordnungsamt auf seinen Patrouillen selten einen Übeltäter erwischt, liegt nicht zuletzt daran, dass die Mitarbeiter uniformiert und damit leicht zu identifizieren sind: „Da passen die Hundeinhaber natürlich auf“, so Echterling. Wie blanker Hohn wirkt in diesem Zusammenhang die städtische Straßenreinigungssatzung, die Hausbesitzern vorschreibt, die Bürgersteige sauber zu halten.

Darunter fällt auch die Beseitigung von Hundehaufen.