Höhere Gebühren für Winterdienst in Hagen

Mit deutlich erhöhten Salzvorräten und einem verbesserten Fuhrpark fühlt sich der HEB für den nächsten Winterdienst besser gerüstet.
Mit deutlich erhöhten Salzvorräten und einem verbesserten Fuhrpark fühlt sich der HEB für den nächsten Winterdienst besser gerüstet.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.. Mit nahezu verdoppelten Salzvorräten, kleineren Streu- und Müllfahrzeugen für Wohnstraßen und Nebenstrecken sowie einem veränderten Räumkonzept möchte der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) nach den wenig zufriedenstellenden Erfahrungen der drei vergangenen Jahre für die nächsten Winter besser gerüstet sein. Im Gegenzug müssen die Hagener Bürger sich auf um knapp 50 Prozent steigende Winterreinigungsgebühren einstellen.

Angesichts der Schneemassen auf Straßen und Bürgersteigen, katastrophalen Parksituationen in den durch Schneewälle blockierten Wohnstraßen sowie nur sporadisch abgeholten Mülltonnen wurden die Hagener in den vergangenen Wintermonaten zu Wutbürgern. Nicht nur die Schneemengen, sondern vor allem auch die Länge der Frostperiode hatte den HEB an die Grenzen seiner Belastungsfähigkeit gebracht. Zumal über Optionsverträge fest zugesicherte Salz-Nachlieferungen am Ende nie die Stadtgrenze erreichten. Hier sollen jetzt deutlich erhöhte Depotkapazitäten dafür sorgen, dass die Streufahrzeuge auch ohne Nachlieferung nahezu zwei Wochen lang das bewährte Taumittel auf 500 Kilometern Hagener Straßen und Bürgersteigen verteilen können. Neben den vorhandenen Depots an der Fuhrparkstraße (1400 und 500 Tonnen), Preußerstraße (100 Tonnen) und Elseyer Straße (400 Tonnen) sollen jetzt noch weitere 2000 Tonnen am Pfannenofen sowie in einer leer stehenden Firmenhalle in Vorhalle eingelagert werden.

Mit Anwohnern Hand in Hand

Besonders problematisch gestaltete sich die Situation in Straßen der Streuklasse B und C. Hier verschärfte sich die Parkraumsituation durch Schneewälle in und entlang der Stellplatzflächen so dramatisch, dass die Autofahrer ihre Fahrzeuge immer häufiger im direkten Straßenraum abstellten, so dass Räum- und Müllfahrzeuge einige Quartiere über Wochen gar nicht mehr erreichen konnten. Hier soll künftig intensiver an die Anwohner appelliert werden, ihren geräumten Schnee nicht mehr auf die Fahrbahnen oder in die Parkbuchten zu schaufeln.

Außerdem möchte der HEB die Schilder der Schneeschieber dort lediglich noch zum Glattplanieren der Verkehrsflächen nutzen, um rechts und links der Straße erst gar keine Wälle mehr anwachsen zu lassen. Die somit entstehende festgefahrene Schneedecke wird in den Wohnstraßen dann auch nur noch mit Granulat abgestreut. Für zusätzliche Flexibilität sollen zwei kleinere Streuwagen sowie zwei kleinere Müllfahrzeuge sorgen. Zudem werden in der Innenstadt sowie an neuralgischen Punkten die angetürmten Schneemassen vom HEB auch wieder abgefahren, um die Verkehrssicherungspflicht gewährleisten zu können.

Das Aufnehmen und Abfahren der Schneemassen (200 000 Euro), die zusätzliche Streumittelbevorratung (295 000 Euro) sowie die Kosten für die Spezialfahrzeuge mitsamt Personal addieren sich künftig auf weitere 580 000 Euro pro Jahr für den Winterdienst. Damit steigen die Gebührensätze in der Stufe A von 1,37 auf 2,05 Euro pro Grundstücksmeter (+68 Cent), in der Stufe B von 1,15 auf 1,70 Euro (+55 Cent) und in der Stufe C von 0,45 auf 0,66 Euro (+21 Cent). Das letzte Wort hat am 12. Mai der Rat.

 
 

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