Höchste Zeit für eine konsequente Aufgabenkritik

Kaum hat die Stadt durch die Genehmigungen des Haushaltssanierungsplanes ein wenig finanziellen Spielraum erlangt, werden schon wieder Beförderungen ausgesprochen. Wasser auf die Mühlen aller hauptamtlichen Nörgler – die Stimmungslage an manchen Stammtischen ist allzu vorhersehbar.
Doch Stadtverwaltung bedeutet heute längst mehr als hauptamtliches Abseilertum. Die alten Klischees haben – von Einzelfällen abgesehen – längst ausgedient. In den meisten Amtsstuben und Fachbereichen ist die Arbeitsbelastung angesichts der anhaltenden Personalausdünnungen so hoch wie nie zuvor. Ein Trend, der sich in den nächsten Jahren sicherlich noch verschärfen dürfte.
Vor allem in den technischen Bereichen stoßen die städtischen Verwaltungsteams längst an ihre Kapazitätsgrenzen. Ein Zustand, der durch die längst überfälligen Beförderungen kaum aus der Welt zu schaffen ist.
Lediglich der Motivationspegel lässt sich ein wenig anheben. Der Steuerbürger muss aber auch zur Kenntnis nehmen, dass eine moderne Dienstleistungskommune ihren Preis hat – vor allem beim Personal. Die verbeamtete Belegschaft über Jahre als Stellschraube für Konsolidierung zu missbrauchen, wäre unehrlich und unanständig.
Wer im Bereich der Verwaltung sparen möchte, darf nicht etwa die Beamten von der Beförderungsarithmetik abkoppeln, sondern muss sich der konsequenten Aufgabenkritik, also den künftigen kommunalen Zuständigkeiten zuwenden. Wie viel Verwaltung können und möchten wir uns noch in welchen Bereichen leisten? Die Antwort auf diese anspruchsvolle Frage wirkt beim Sparen viel durchgreifender als das unwürdige Pokern um Beförderungen.

 
 

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