„Hochspannungsleitungen in die Erde verlegen“

Hohenlimburg..  „Erdkabel sind für Hohenlimburg ausgeschlossen, weil bislang bereits vier Kommunen dafür ausgeguckt sind. Noch zwei weitere kommen hinzu. Aber nicht Hohenlimburg.“ Das sagte gestern die Bezirksregierung auf Anfrage dieser Zeitung. Allerdings gibt es dennoch ein kleines Hintertürchen, das eine solche Chance der Erdverkabelung anstelle der 380-kV-Höchstspannungsleitungen offen lässt. Das von den Bundesregierung aktuell beschlossene Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) ist bislang, so die Bezirksregierung, noch nicht bis in das letzte Detail öffentlich gemacht worden, so dass es durchaus noch die eine oder andere Planungsveränderung geben kann.

Die Hohenlimburger Bezirksvertretung hatte sich am Mittwochabend in ihrer Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, zum Schutz der Menschen aus Reh, Henkhausen oder Elsey die Erdkabel-Variante in die Überlegungen einzubeziehen und durch das Einwirken von Rat und Verwaltung der Stadt Hagen die Planungen des Netzbetreibers Amprion noch einmal (entscheidend) beeinflussen zu können.

Das nach Auskunft der Bezirksregierung bereits im Jahr 2011 abgeschlossene Raumordnungsverfahren wird nicht mehr aufgerollt. Diese Variante hatte die BV für möglich gehalten. Dazu gibt es rechtlich wohl keine Handhabung, weil es nach Auffassung der Aufsichtsbehörde aktuell keinen sachlichen Grund gibt, die bestehenden Planungen zu verändern. Deshalb kann aktuell nur der Antragsteller, nämlich Amprion, diese modifizieren.

Der Netzbetreiber hatte sich, wie berichtet, für die Trasse durch Elsey ausgesprochen, während die Fachleute des Regierungspräsidenten die nördliche Variante Reh-Nord vorziehen. Alles wird aber noch einmal im Planfeststellungsverfahren dargestellt, das im Jahr 2017 erfolgen soll. Dann werden die Amprion-Planungen für vier Wochen öffentlich ausgelegt, so dass jeder Bürger die Möglichkeit hat, seine Vorschläge einzubringen oder auch Widerspruch gegen die Amprion-Trassenführung einzulegen.

Entwicklung und neue Technologie

Vielleicht lassen die Bürger dann in ihrem Widerspruch jene Informationen einfließen, die ihnen die Hohenlimburger Sozialdemokraten in der kommenden Woche liefern werden. Diese fordern eine Neubearbeitung der Pläne für die Höchstspannungstrasse. Die Genossen wollen erreichen, dass in besonders dicht bebauten Wohngebieten auf den Bau von 380-kV-Freileitungen verzichtet wird. Aus diesem Grund hat die SPD Kontakt zur „E-line technical infrastructure GmbH“ aufgenommen, die am kommenden Mittwoch bei einem Ortstermin darlegen soll, mit welcher Entwicklung und Technologie das Unternehmen in der Lage ist, die Hochspannungsleitungen in die Erde zu verlegen.

 
 

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