„Hirnlose Idioten“ kämpfen mit Köpfchen

Jürgen Ortmüller (re.) engagiert sich zusammen mit zahlreichen Tierschützern auf der ganzen Welt.
Jürgen Ortmüller (re.) engagiert sich zusammen mit zahlreichen Tierschützern auf der ganzen Welt.
Foto: WP

Hohenlimburg..  (Chr) Es ist kein Kampf gegen Windmühlen. Jürgen Ortmüller und seine Kollegen vom Wal- und Delfinschutzforum „WDSF“ und „ProWal“ erzielten jetzt in der Türkei Erfolge auf höchster Ebene.

Wie unsere Zeitung berichtete, reiste Ortmüller in der vergangenen Woche in die Türkei, um dort gegen Delfinarien und illegale Tierhaltung zu protestieren.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung teilte Ortmüller gestern die für ihn überragenden Erfolge mit, die nun durch nachhaltige Arbeit ausgebaut und gefestigt werden müssen. „Wir haben vor Ort mit den Bürgermeistern der Delfinarien-Städte gesprochen und sind sehr herzlich empfangen worden. Die Bürgermeister schilderten uns, dass sie von den Vorkommnissen keine Ahnung gehabt hätten und sicherten sofortige Maßnahmen zu“, freute sich Ortmüller über die Erfolge eines cleveren Schachzugs. Die Politik einzubeziehen, ist für ihn der sicherste und erfolgversprechendste Weg.

Viel zu kleine Käfige, verletzte und gestörte Tiere sind für den Aktivisten Grund genug, sich ihrer anzunehmen und gegen ein Millionengeschäft vorzugehen, das Delfine, Seelöwen und Wale im wahren Sinne des Wortes „verschleißt“.

Schwere Vorwürfe wurden gegen die Bürgermeister der Städte Marmaris (Zeki Eren) und Alanya (Hasan Sipahioglu) erhoben. Nach Ansicht der Delfinschützer machen sie mit ihren Delfinarien gemeinsame Sache und würden deshalb bei den Eintrittsgeldern der Delfinarien reichlich kassieren.

Als „hirnlose Idioten“ beschimpfte der Manager des Onmega-Delfin-Centers, Turgay Uykusuz, (Marmaris) vor laufenden TV-Kameras die Tierschützer und musste von der Polizei zurückgehalten werden.

Der Nerven liegen bei den Betreibern offenkundig blank.

Die von den meisten türkischen Medien als positiv bewertete Protestaktion der Tierschützer hat für die Delfinarien weitreichende Folgen. Das WDSF und ProWal fordern eine sofortige Schließung der Einrichtungen und kündigten auch einen Tourismus-Boykott-Aufruf gegenüber den türkischen Delfinarien-Städten an.

Deutsche Reiseunternehmen haben solche Reisen bereits gestrichen. „Werden die Delfinarien geschlossen, so müssen die Tiere wieder ausgewildert werden. Die Kosten für eine solch schwierige Aktion sollen die Betreiber bezahlen“, fordert Ortmüller, der in seiner Arbeit eine große Chance sieht. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir durch unsere nachhaltiges Engagement weitere Erfolg haben werden und unsere Ziele erreichen. Weil wir großen diplomatischen Rückhalt vorzuweisen haben, sind die Chancen sehr gut.“

Das Team um Jürgen Ortmüller rüttelte Urlauber, Politiker und Betreiber mit den diplomatischen Aktionen offenkundig wach und will deshalb die noch vorhandenen Missstände weiter bekämpfen.

 
 

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