Hengsteysee-Brücke - Lichtstelen-Idee wird auf Eis gelegt

Von Hubertus Heuel
Die Hengsteysee-Brücke am Fuße der Hohensyburg wird vorläufig doch nicht zum Kunstobjekt.
Die Hengsteysee-Brücke am Fuße der Hohensyburg wird vorläufig doch nicht zum Kunstobjekt.
Foto: WR

Hengstey. Die beiden Lichtstelen des Lüdenscheider Künstlers Christian Breil, die an der Dortmunder Brücke über den Hengsteysee angebracht werden sollten, werden vorerst nicht installiert. Baudezernent Thomas Grothe erklärte, das Projekt sei aufgrund des angedachten Cargobeamer-Terminals am Ufer des Sees zurückgestellt worden.

Die etwa acht Meter hohen Stäbe sollten am Brückengeländer befestigt werden und ein sanftes Licht auf die Brücke werfen. Somit wäre die bislang nachts in völliger Dunkelheit liegende Brücke beleuchtet worden. Je Stele sollten zwei Lichtquellen an der Haltekonstruktion montiert werden und schräg nach unten strahlen, so dass die Konturen der Brückenbögen nachts sichtbar geworden wären. Der Plan hatte Kritik bei Umweltschützern hervorgerufen, da Insekten vom Licht angezogen und fehlgeleitet würden.

Film zeigt Schönheiten des RuhrtalsDie finanziellen Mittel für die Lichtkonstruktion stammen noch aus dem Pool für Projektideen im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010. Der Künstler hat bereits 20.000 Euro für die Entwurfsplanung erhalten. Wegen der Fülle von Berechnungen und Prüfungen hatte sich die Installation der Stelen immer wieder verzögert, jetzt wurde sie vorerst auf Eis gelegt.

Vorfahrt für den Cargobeamer

Die Cargobeamer AG möchte auf dem ehemaligen Güterbahnhof am Hengsteysee eine Verladestation einrichten, um Lkw-Sattelauflieger auf die Schiene zu bringen. Auf der Achse zwischen Riga und Rotterdam soll Hagen aufgrund seiner optimalen Verkehrsanbindung eine Drehscheibenfunktion in Richtung Ruhrgebiet übernehmen. In der Enddimensionierung ist an ein großes Cargoterminal (Cargobeamer-Gate) mit 36 Lademodulen pro Gleis gedacht.

Bisher weiß niemand, wie das geplante Terminal an die Dortmunder Straße und die A1-Auffahrten angebunden werden soll. Möglicherweise sind im Zuge der Verkehrsführung umfangreiche Bauarbeiten und auch eine starke Straßenbeleuchtung erforderlich. Bis zur Klärung all dieser Fragen wurde das eher künstlerisch inspirierte Lichtstelen-Projekt deshalb ausgesetzt.