Hasper Quietschenten-Variation ein beliebtes Sammlerstück

Hasper-Ennepe-Enten in einer Produktionsstätte in China: Noch fehlen die Kulleraugen der Quietschentchen.
Hasper-Ennepe-Enten in einer Produktionsstätte in China: Noch fehlen die Kulleraugen der Quietschentchen.
Foto: WP
Die Hasper-Ennepe-Ente ist erst wenige Wochen alt, aber schon ein Stück Brauchtumskulturgut: Der Wurfartikel von Iämpeströter Thomas Eckhoff kommt nicht nur bei Kirmes-Freunden bestens an, sondern ist inzwischen auch schon ein beliebtes Sammlerstück.

Haspe.. Das war schon eine echte Herausforderung, einem in Mainz ansässigen Hersteller von Plastik-Quietscheentchen erklären zu müssen, wie er sich einen waschechten Iämpeströter vorzustellen hat. Das Hasper Original 2014, seine Wenigkeit Thomas Eckhoff, hat’s gepackt und damit in diesem Jahr ein Kirmes-Souvenir kreiert, das inzwischen als begehrtes Sammlerstück nur noch in Insider-Kreisen zugesteckt wird. Denn die so genannte „Hasper-Ennepe-Ente“, die von der Symbolfigur mit dem blauen Kittel und der Lederkappe während der Kirmestage an die Besucher verteilt wurde, ist längst vergriffen.

Hasper-Ennepe-Ente längst vergriffen

„Ich wurde von dem ungeheuren Interesse auch überrollt“, freut sich der 46-Jährige über seinen Überraschungserfolg mit der Brauchtums-Devotionalie. Um gleich noch eine gute Nachricht für alle Hasper Heimatfreunde hinterher zu schicken: „Wir werden voraussichtlich pünktlich zum Hasper Herbst eine zweite Charge mit 2000 Exemplaren auflegen und verkaufen – der Erlös ist dann für einen guten Zweck bestimmt.“

Aber mal der Reihe nach: Es war im Herbst vergangenen Jahres, als Thomas Eckhoff seitens des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins (HHBV) das Signal bekam, dass die weisen Hüter des ULKs (Unsinn – Leichtsinn – Kneipsinn) ihn als Iämpeströter 2014 ausgeguckt hätten. Grund genug, um im Familienrat frühzeitig zu grübeln, mit welchem Gimmick dieser honorige Job denn wohl gekrönt werden könnte.

Ehefrau Kerstin war es letztlich, die die Idee einer Hasper-Ennepe-Ente dekoriert mit den Insignien des Iämpeströters gebar. Doch die ersten Google-Recherchen brachten eher Ernüchterung: „Zwar hatten unsere beiden Töchter zugestimmt, dass der Jahresurlaub 2014 aus Budget-Gründen wohl auf der Strecke bleibe, aber bei einer Mindestabnahme von 10 000 Exemplaren, den die meisten Anbieter vorsahen, sprengte das zunächst jeglichen finanziellen Rahmen.“

Letztlich tat sich aber doch ein Badeenten-Portal auf, das auch für Marketing-Aktionen oder Hotelketten diverse Enten-Modell als Sonderanfertigung in kleineren Stückzahlen produziert. Zunächst wurden im Internet die bereits vorhandenen Entwürfe des Herstellers mit ähnlichen Konturen inspiziert, um diese eventuell leicht modifiziert zweitverwerten zu können. Vergeblich – Enten mit Lederkappe und Halstuch hatte die Welt noch nie gesehen.

Neu-Kreation für die Entenwelt

Also musste eine Neu-Kreation her: Fotos wurden verschickt, um die Figur eines Iämpeströters zu veranschaulichen, später Detailaufnahmen von der Lederkappe hinterher geschickt. Im Gegenzug trafen zunächst Modellskizzen ein, ein erster Enten-Rohling wurde gegossen und letztlich die präzise Kolorierung von Wams mit weißer Biese, Hose, Kappe und Halstuch einschließlich des Leder-Knotens abgestimmt. „Die hervorlugenden Flügel und das gelbe Schwänzchen sollten natürlich den Enten-Charakter bewahren“, ging es Eckhoff selbstverständlich auch um den Niedlichkeitsfaktor seines originellen Wurfartikels.

Neben seiner Privatschatulle sicherten die Unterstützung der Bezirksvertretung Haspe sowie von Ex-Iämpeströter Heinrich Beckmann die Finanzierung. Der Hofhund des Hasper Baustoffhändlers – Winzling „Kalle“ wird auf dem Gelände eigentlich erst durch seine grellgelbe Warnweste sichtbar – übernahm auch gleich gewissenhaft den Biss-Tauglichkeitstest. Selbst die anspruchsvollen ULK-Kriterien sahen die stets kritischen Heimatfreunde umfassend erfüllt: Der Faktor Unsinn war allein schon durch die Idee gewährleistet, als Leichtsinn entpuppte sich, lediglich 3000 Exemplare in Auftrag geben zu haben, und Kneipsinn scheint bei einem Getier, das angesichts seines natürlichen Lebenswandels Flüssigkeiten sehr zugetan ist, ja ohnehin gegeben, so das gnädige Urteil der HHBV-Jury.

Hasper Ennepe-Ente in China gefertigt und bemalt

Ab dann lag das Schicksal des Hasper Brauchtums in chinesischen Händen. Im fernen Asien wurde die Hasper-Ennepe-Ente gefertigt und bemalt. Foto-Mails dokumentierten regelmäßig den Produktionsfortschritt. Und eine hochdiskrete Mauer des Schweigens über den eingefädelten Enten-Coup sicherte bis zum Erbsensuppenessen vor dem Kirmeszug 2014 auch den Überraschungseffekt.

Auch Hasper Kirmes-Pin im Enten-Design

Lediglich als in diesem Jahr der Kirmes-Pin plötzlich ebenfalls im Enten-Design daher kam, rümpfte manch Hasper argwöhnisch irritiert die Nase. Dabei sollte das niedliche Federvieh lediglich die Verbindung zwischen Kirmes und Brauchtum schaffen: „Allein in diesem Jahr habe ich drei Buden entdeckt, an denen Kinder nach Enten angeln konnten“, erzählt Eckhoff. „Dieses Schaustellerangebot gibt es bereits seit Jahrzehnten – ich kann mich noch genau erinnern, dass ich als kleiner Junge dort meinen ersten Flitzebogen gewonnen habe.“

Heute gewinnt der Feuerwehr-Personalrat mit seinem Plastik-Geschenk vor allem neue Bekannte, die selbst nach den Kirmesfestwochen noch ein heimatliches Souvenir ergattern möchten. Bis aus Cuxhaven und Berlin haben ihn bereits Anfragen von interessierten Sammlern ereilt. Denn für die Badewanne ist das Spielzeug ja ohnehin viel zu schade. Zumal die Hasper-Ennepe-Ente durch die Lederkappe auf dem Haupt mit ihrem höher liegenden Schwerpunkt ein wenig kopflastig durchs Wasser taumelt.

Aber die Sache mit dem schweren Kopf eines Iämpeströters – das ist wieder eine ganz andere Hasper Heimat- und Brauchtumsgeschichte . . .

 

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