Hannahs Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Von Hubertus Heuel
Rene Röspel mit Austauschschülerin Hannah Thiel.
Rene Röspel mit Austauschschülerin Hannah Thiel.
Foto: WP
Hannah Thiel vom Theodor-Heuss-Gymnasium geht im August für ein Jahr in die Vereinigten Staaten. Sie profitiert von einem Auslandsstipendium des Bundestages, das ihr Rene Röspel verschafft hat.

Hagen. Der heimische Bundestagsabgeordnete René Röspel (SPD) wird auch in diesem Jahr eine Patenschaft für eine Schülerin aus seinem Wahlkreis übernehmen, die mit einem Stipendium des Bundestages ein Austauschjahr in den USA verbringen kann.

Hannah Thiel vom Theodor-Heuss-Gymnasium wird im August zu einer Gastfamilie in den Vereinigten Staaten aufbrechen. In welchen der 50 Bundeststaaten, gar in welchen Ort sie der Aufenthalt führt, weiß die Schülerin noch nicht. „Aber ich freue mich auf die neuen Erfahrungen, die mir im weiteren Leben bestimmt helfen werden, offen für Neues zu sein.“

Welches Niveau?

Das einjährige Gastspiel bedeutet für Hannah natürlich keinen Urlaub, sondern sie wird, wo immer sie die Reise hinführt, die örtliche High School besuchen. Wie hoch dort das Niveau sein wird, ist eine der Unwägbarkeiten, mit denen die 15-jährige Schülerin, die zuletzt die neunte Klasse am THG besuchte, leben muss.

Deshalb lässt sie es offen, ob sie nach ihrer Heimreise in ihre alte Klasse, die dann ins elfte Schuljahr einziehen würde, zurückkehrt. „Wenn ich merke, dass ich zu große Lücken habe, wiederhole ich die zehnte Klasse.“

Botschafter unseres Landes

René Röspel hofft derweil, dass sein „Patenkind“ ihm regelmäßig schreibt und über die Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten berichtet. In den vergangenen Jahren habe er beim Lesen der Briefe seiner Stipendiaten feststellen können, dass sich die Satzstellung veränderte und englische Wörter in den Text einschlichen - ein Zeichen dafür, dass sich die Jugendlichen in Amerika mehr und mehr heimisch fühlten.

Röspel wählte Hannah aus einer Handvoll Bewerber aus, die ihm von einer Austauschorganisation vorgeschlagen wurden. Gute Noten seien für ihn nicht maßgebend, so der SPD-Politiker: „Es kommt auf dem Gesamteindruck an.“ Wichtig sei ihm, dass die Jugendlichen sich kompetent zu Fragen des Rechtsextremismus äußern könnten: „Denn danach werden sie in Amerika garantiert befragt. Und schließlich sind sie Botschafter unseres Landes.“

Hannah hatte in Englisch übrigens eine 1 auf dem Zeugnis stehen, im Geschichtsunterricht der neunten Klasse war der Nationalsozialismus beherrschendes Thema. Beste Voraussetzungen also für das Stipendium. Nun ist sie gespannt auf ihre Gastfamilie, auf ihre High School, aber auch auf banale Alltagserfahrungen, ob die Amerikaner zum Beispiel wirklich zu fast jeder Mahlzeit Fleisch essen und stets das Auto nehmen, wenn sie das Haus verlassen.

Spätestens in einem Jahr weiß sie noch viel mehr über Amerika.