Hagens Sparkassen-Chef bekommt deutlich weniger Gehalt

Sparkassen-Chef Frank Walter.
Sparkassen-Chef Frank Walter.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Hagens Sparkassen-Chef bekommt 68.000 Euro weniger an Bezügen.
  • Zuschuss zur Altersversorgung neu geregelt.
  • Frank Walter muss diese als einziger Sparkassen-Chef selbst regeln.

Hagen.. Die Zahl lässt aufhorchen: Frank Walter, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hagen, hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als im Jahr 2013. Waren es damals noch 458.000 Euro im Jahr, so erhielt Walter im Jahr 2014 390.000 Euro. Dahinter steckt allerdings kein realer Einkommensverlust, sondern vielmehr eine veränderte Modalität bei der Altersvorsorge: Der Zuschuss zu Walters privater Altersvorsorge läuft jetzt nicht mehr über sein Konto, vielmehr überweist ihn die Sparkasse direkt an die Versicherung.

Keinen Cent mehr oder weniger

„Unterm Strich bekomme ich keinen Cent mehr oder weniger“, so Walter. Froh ist er aber dennoch über die Neuregelung, die die Wirtschaftsprüfungsstelle des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe angeregt hatte. Denn sie lässt ihn in der NRW-Rangliste der Sparkassen-Chefgehälter, die das Handelsblatt jährlich erstellt, ein ganzes Stück nach unten wandern: Im Jahr 2013 lag Walter noch auf Platz 15 der 105 NRW-Sparkassen, im Jahr 2014 nur noch auf Platz 28.

Bislang hatte er laut dieser Liste ein – auch im Vergleich zur Größe der Sparkasse Hagen – recht hohes Gehalt bezogen. Und dementsprechend musste er sich immer wieder rechtfertigen. Das hatte Frank Walter durchaus als nicht gerecht empfunden, denn er stellt nach wie vor in der Landschaft der NRW-Sparkassenchefs einen Sonderfall dar. Die anderen Vorstände haben einen Anspruch auf Pensionszahlungen durch die Sparkassen. NRW-weit variieren die Werte: In Hagen sind es für Frank Walters Co-Vorstände ­Rainer Kurth und Klaus Oberliesen 55 Prozent des letzten Festgehalts.

Millionenschwere Rückstellungen

Dafür müssen die Sparkassen millionenschwere Pensions-Rückstellungen bilden – die allerdings bei der regelmäßigen Veröffentlichung der Vorstandsbezüge im Gegensatz zu Frank Walters Zuschlag nicht den Gehältern der Vorstände zugerechnet werden. Bei der Sparkasse Hagen belaufen sich die Rückstellungen ausweislich der Bilanz 2014 für die beiden amtierenden Vorstände Kurth und Oberliesen auf 4,8 Millionen Euro, für frühere Vorstands-Mitglieder und deren Hinterbliebenen sind es 6,2 Millionen Euro.

Frank Walter fällt aus dieser Rechnung heraus. Als er ins Amt gewählt wurde, war es politischer Wille, dass er sich selbst um seine Altersvorsorge kümmern sollte – und dementsprechend einen Zuschlag auf das Gehalt bekommen hat. „Wenn ich in Ruhestand gehe oder mein Vertrag nicht verlängert wird, dann bin ich komplett von der Gehaltsrolle weg.“

 
 

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