Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm zieht zurück nach Mülheim

Aus privaten Gründen zieht es Oberbürgermeister Jörg Dehm zurück in seiner Mülheimer Heimat.
Aus privaten Gründen zieht es Oberbürgermeister Jörg Dehm zurück in seiner Mülheimer Heimat.
Foto: Jürgen Theobald/WAZ FotoPool
Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm hat seine Zweitwohnung in Wehringhausen aufgegeben. Seit diesem Wochenende wohnt er aus privaten Gründen wieder ausschließlich bei seiner Familie in Mülheim. Bei der Opposition stößt seine Entscheidung auf sehr wenig Verständnis.

Hagen.. Hagens erster Mann wohnt nicht mehr in Hagen. Oberbürgermeister Jörg Dehm hat seine Wohnung in Wehringhausen aufgegeben und ist zurück in seine Heimatstadt Mülheim gezogen. Als Begründung für seinen Wegzug gibt der Verwaltungschef an, „er trage Verantwortung gegenüber seiner Familie“.

In den letzten Monaten habe sich seine familiäre Situation eklatant verändert. Die beiden Töchter hätten die Schule bzw. ihre Ausbildung beendet und würden künftig eigene Wege in anderen Städten gehen, und seine Eltern und Schwiegereltern würden auch nicht jünger und gesünder.

Entscheidung habe nichts mit der Stadt Hagen zu tun

„Da ich meine Frau mit der Verantwortung gegenüber der Familie nicht allein dastehen lassen möchte, ziehe ich in unser Haus nach Mülheim zurück und werde künftig täglich nach Hagen pendeln“, so der 49-Jährige. Die Bahnverbindung zwischen Hagen und Essen bzw. Mülheim sei hervorragend, und die Entscheidung habe nichts mit der Stadt Hagen und dem OB-Amt zu tun, sondern sei rein ­familiär begründet.

Seit November 2009 wohnte Dehm in einer angemieteten Wohnung in der Schubertstraße am Bu­schey. „Kein vorgetäuschtes Briefkastenzimmerchen, sondern eine 100 Quadratmeter große Wohnung, in der zeitweise auch unsere ältere Tochter mit mir gemeinsam wohnte“, so der Christdemokrat. Zu Wochenendterminen sei er bislang eh’ aus Mülheim angereist: „Die 60 Kilometer von Mülheim nach Hagen waren für mich nie ein Problem.“

Umzug im Wahlkampf beteuert

Im Wahlkampf vor vier Jahren hatte Dehm versprochen, sich mit allen Konsequenzen für seinen neuen Arbeitsplatz zu entscheiden und seine Zelte in Mülheim abzubrechen. „Diese Frage wurde mir oft gestellt und ich beantworte sie eindeutig mit ja“, beteuerte OB-Kandidat Dehm, der gegen Jochen Weber (SPD) antrat, noch vier Tage vor der Kommunalwahl im Oktober 2009 in einer Wahlkampfzeitung seiner Partei.

Seinen Hauptwohnsitz verlegte Dehm allerdings nie nach Hagen, seine Familie verlagerte ihren Lebensmittelpunkt auch niemals an die Volme. Dennoch vertritt Dehm den Standpunkt: „Ich habe mein Wahlversprechen von damals dreieinhalb Jahre lang gehalten und war hier stets präsent. Ich dachte eben, privat entwickele sich alles anders.“

„Es ist ein Managerjob, ein Amt auf Zeit“

Er sähe die Position des Oberbürgermeisters allerdings auch nicht als Lebensaufgabe an, „es ist ein Managerjob, ein Amt auf Zeit“. Außerdem führt der Verwaltungschef an, habe der Gesetzgeber (anders als bei Ratsmitgliedern) für Oberbürgermeister keine Residenzpflicht festgeschrieben.

„Ich wurde von den Hagener Bürgern bis 2015 gewählt und werde bis dahin mein Amt mit vollem Einsatz ausführen. Dann werden die Karten neu gemischt“, lässt sich Dehm nicht in seine Zukunftsplanung schauen. „Ein Jahr vor der im Herbst 2015 stattfindenden OB-Wahl werde ich gemeinsam mit der Partei entscheiden, ob ich als OB-Kandidat wieder antrete.“

 
 

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