Hagenerin will Stadt wegen Winterdienst verklagen

Die Straße „Zur Höhe“. Foto: Sandra Krosa
Die Straße „Zur Höhe“. Foto: Sandra Krosa
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Eilpe.. Die Straße „Zur Höhe“ ist eine der steilsten Straßen Hagens - und durch die winterlichen Verhältnisse nahezu unpassierbar, sagt Anwohnerin Sylvia Rochlitz. Sie kritisiert den städtischen Winterdienst und möchte nun gegen diesen klagen.

Die Straße zur Höhe ist eine der steilsten Straßen der Stadt. Derzeit ist sie kaum zu erklimmen, die meisten Autos scheitern auf dem schneeglatten Untergrund. Sylvia Rochlitz besitzt ein Allradfahrzeug, doch selbst damit lässt sich die rutschige Steigung nicht bezwingen. Wie andere Anlieger parkt sie den Wagen derzeit auf der Selbecker Straße und geht zu Fuß zur Höhe hinauf. „Das ist jedoch für andere Anwohner, vor allem solche, die älter sind oder nicht gut zu Fuß, nicht machbar“, sagt sie. Jetzt will Sylvia Rochlitz die Stadt, deren Tochterfirma, der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB), der für den Winterdienst zuständig ist, wegen des ausbleibenden Schneeräumens verklagen.

Denn die Straße zur Höhe werde gar nicht geräumt, so Sylvia Rochlitz, die derzeit noch im baden-württembergischen Reichenau wohnt, aber die Rückkehr in ihr Haus in Eilpe plant: „Erst wenn etwas passiert, dann wacht die Stadt vielleicht auf oder wenn die erste Klage kommt. Nun, von mir kommt diese mit Sicherheit.“ Sie erinnere sich noch gut an die Zeit, als sie ihre schwerstpflegebedürftige Mutter habe betreuen müssen. Kein Pflegedienst habe bei winterlichen Straßenverhältnissen das Haus zur Höhe erreichen können. Und als sie selbst hochschwanger war, habe sie wochenlang den Berg rauf und runter laufen müssen. Heizöl könne bei Schneefall nicht geliefert werden, defekte Dächer nicht repariert, Arztbesuche und Einkäufe - zumindest von älteren Menschen - nicht erledigt werden. In Reichenau dagegen sei das ganz anders: „Dort kann ich meine Kinder jeden Morgen problemlos zur Schule fahren.“

Vorbild Baden-Württemberg

Sylvia Rochlitz will erreichen, dass der Winterdienst in Hagen so perfekt funktioniert wie in Baden-Württemberg. Es könne nicht sein, dass Anwohner einer derart von Schneeglätte betroffenen Straße trotz Zahlungszwang der Winterdienstgebühren dermaßen in ihrer Lebensqualität eingeschränkt würden: „Abgesehen von der Gefährdung der Menschen, die durch das Versäumnis der Stadt, die Straße zu räumen, ausgeht.“ Ab sofort will sie deshalb auch alle Gebühren für den nicht korrekt oder gar nicht ausgeführten Winterdienst von der Stadt zurückverlangen: „Und ich werde den anderen Anwohnern in einer Gemeinschaftsaktion dazu raten, die Stadt auf Schadensersatz zu verklagen.“ Gleichzeitig fordert sie, die Straße zur Höhe in die Streuklasse A einzugliedern, so dass eine Räumung gewährleistet sei und den Anwohnern ein privater Winterdienst ermöglicht werde, indem sie auf die Gebühren für die Winterdienstreinigung komplett verzichteten.

Die Stadt indes sieht der angekündigten Klage gelassen entgegen. Denn entgegen der Behauptung von Sylvia Rochlitz sei die Straße zur Höhe bis auf wenige Tage stets geräumt worden, sagte ein Sprecher der Verwaltung. Auch eine Übernahme des Winterdienstes durch die Anlieger sowie eine damit verbundene Verrechnung der Gebühren komme angesichts der örtlichen Gegebenheiten nicht in Frage: „Das geht nur bei abseits gelegenen Gehöften.“

 
 

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