Hagener Wirte starten Bierdeckel-Aktion gegen Rauchverbot

16 Hagener Kneipen haben sich zusammengetan. Sie wollen gegen das Rauchverbot angehen.
16 Hagener Kneipen haben sich zusammengetan. Sie wollen gegen das Rauchverbot angehen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Jetzt machen Hagens Wirte richtig Dampf. Nachdem Anfang Oktober bereits Mira Stöcker, Inhaberin der Gaststätte Honselstube und der Betreiber der „Spinne“, Otto Jung, ihre Sorgen über ein striktes Rauchverbot ab dem 1. Januar 2013 geäußert haben, machen nun 16 Kneipen in der Hagener City gegen das Gesetz mobil.

Hagen.. Jetzt machen Hagens Wirte richtig Dampf. Nachdem Anfang Oktober bereits Mira Stöcker, Inhaberin der Gaststätte Honselstube und der Betreiber der „Spinne“, Otto Jung, ihre Sorgen über ein striktes Rauchverbot ab dem 1. Januar 2013 geäußert haben, machen nun 16 Kneipen in der Hagener City gegen das Gesetz mobil.

Ein großes Plakat wird City-Bummlern und Kneipen-Gängern in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten öfter begegnen. Darauf zu sehen: der Hagener Kneipenfriedhof. Im Vordergrund steht jeweils ein Grabstein für jede der teilnehmenden Kneipen. Im Hintergrund schleichen ihre Betreiber zum Jobcenter. Sind die Tage für die City-Kneipen wirklich gezählt?

„Das kann der Anfang vom Ende sein“, glaubt Mick Lausch. Er ist ,das’ Gesicht hinter dem Tresen der Kneipe „Jekyll & Hyde“ an der Hochstraße. Vor zwei Wochen entstand an jenem Tresen die Idee, sich mit anderen Innenstadt-Kneipen zusammenzutun.

Stammgast Björn Elksnat zeichnete kurzerhand ein Plakat. Neben der bereits erwähnten Zeichnung proklamieren die Wirte darauf unter anderem: „Lieber Rauchschwaden in der Kneipe, als Dampfplauderer im Parlament.“

"Die Debatte ist riesiger Schwachsinn"

Mick Lausch: „Mir braucht auch keiner zu erzählen, dass sich die Kunden nach drei, vier Monaten schon wieder beruhigen würden. Wenn eine Kneipe in Hagen vier Monate die Pacht nicht zahlen kann, kann sie dicht machen.“ In Bayern, wo das strikte Rauchverbot bereits gelte, hätten zehn Prozent der Gaststätten geschlossen. „Man stelle sich mal vor, jede zehnte Kneipe in Hagen würde schließen.

Die ganze Debatte ist riesiger Schwachsinn“, sagt Lausch, der auf eine 3500 Euro teure Investition seines Kollegen Jörg Ernesti (Banderas/Louisana) hinweist: „Er hat eine Zwischendecke einbauen lassen, um den Nichtraucher - vom Raucherbereich zu trennen. Das sind Verluste.“

„Die Prognose ist insgesamt sehr düster“, sagt Lars Martin, Geschäftsführer des Deutschen Hotel - und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Bereich Südwestfalen. Auch in Hagen gebe es bereits Kneipen, die noch vor Jahresende dicht machen.

Diese Kneipen haben sich zusammengetan: Marktklause, Honselstube, Jekyll & Hyde, Journal, Kulisse, Banderas, Louisana, Crocodile, Rose, Berliner Platz, La Grange, Bürgerstuben, Anna 1911, Im Fässchen, Grammophon und die Enge Weste.

 

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