Hagener Unternehmen Douglas baut 113 Stellen ab

In den Parfümerien von Douglas wird es demnächst weniger Beschäftigte geben.
In den Parfümerien von Douglas wird es demnächst weniger Beschäftigte geben.
Foto: wp
Die Handelsgruppe Douglas aus Hagen baut mehr als 100 Stellen ab. Das Unternehmen, zu dem unter anderem die gleichnamigen Parfürmerien und das Juweliergeschäft Christ gehören, muss sich der wachsenden Konkurrenz des Online-Handels stellen.

Hagen. Die Handelsgruppe Douglas baut in größerem Umfang Arbeitsplätze ab. Davon ist auch der Standort Hagen betroffen. Gestrichen werden insgesamt 113 Vollzeit-Stellen, das entspreche 138 Menschen, teilte Sabine Schaller-John, Sprecherin der Douglas Holding, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Der Stellenabbau soll nach den Worten von Vorstandschef Dr. Henning Kreke „so sozialverträglich wie möglich“ umgesetzt werden.

Ihren Angaben zufolge fallen davon 59 Arbeitsplätze, das seien 78 Mitarbeiter, am Standort Hagen weg. Die Differenz betreffe die Douglas Parfümerien in Deutschland sowie die Vertriebsführung der Uhren- und Schmuck-Tochter Christ. Darüber hinaus entfallen Stellen in der Holding und in einzelnen Servicegesellschaften. Strukturen sollen verschlankt und Schnittstellen reduziert werden, so Schaller-John. Bezogen auf die Größe des Gesamtunternehmens mit rund 24.000 Mitarbeitern handele es sich um einen „sehr moderaten Stellenabbau.“

Diskussion um noch größeren Stellenabbau bei Douglas

Dazu, bis wann die Maßnahmen umgesetzt werden, wollte die Sprecherin nichts sagen. Die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern in Hagen seien bis auf wenige Ausnahmen geführt. Offen blieb auch, ob die geplanten Umstrukturierungs- und Stellenanpassungsmaßnahmen damit ausgeschöpft sind. In vorhergehenden Spekulationen war zunächst von einem weit größeren Stellenabbau die Rede gewesen.

„Angesichts der tiefgreifenden strukturellen Veränderungen im Handel mit der zunehmenden Digitalisierung und einem sich wandelnden Kundenverhalten muss sich die Douglas-Gruppe neu aufstellen“, begründete Schaller-John den Schritt. Um weiteres Wachstum zu realisieren, „müssen wir auch historisch gewachsene und in der Vergangenheit sehr erfolgreiche interne Strukturen an veränderte Marktbedingungen anpassen“, hieß es weiter. Gemeint ist damit offenbar die effektive Verzahnung von stationärem und Online-Handel.

Online-Shops setzen Geschäften von Douglas zu

Die richtigen Prozesse und Strukturen im Kampf um die Kunden seien „seit einiger Zeit unser Schwachpunkt“ gewesen, räumte Vorstandschef Kreke in einem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben an die Mitarbeiter ein, in dem er um Verständnis für die einschneidende Maßnahme warb: „Wir kommen aus der heilen Welt des stationären Handels, haben parallel dazu gute Online-Shops entwickelt, aber eine richtige Verzahnung ist uns bisher nur teilweise gelungen.“

Die Umstrukturierung der Douglas Holding hatte schon vor einiger Zeit Fahrt aufgenommen, als die Süßwarenkette Hussel für eine Summe in nicht bekannter Höhe an den Finanzinvestor Emeram verkauft worden war. Die Parfümeriekette Douglas sollte mit der Übernahme des französischen Filialisten Nocibe gestärkt werden.

 
 

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