Hagener Polizei schreibt traurigen Brief an toten Kollegen

Mit einem traurigen Nachruf gedenkt die Hagener Polizei ihrem toten Kollegen Michael "Bulli" Erkelenz.
Mit einem traurigen Nachruf gedenkt die Hagener Polizei ihrem toten Kollegen Michael "Bulli" Erkelenz.
Foto: Facebook/Polizei Hagen
Mit einem emotionalen Nachruf erinnert die Hagener Polizei auf Facebook an einen erschossenen Kollegen. Gerade jetzt gewinnt der Fall an Brisanz.

Hagen. Vor 17 Jahren wurde Polizist Michael "Bulli" Erkelenz im Einsatz erschossen. Seither gedenkt die Hagener Polizei jedes Jahr dem toten Kollegen – dieses Jahr besonders emotional: Per Facebook richten die Beamten einen traurigen Brief an den Toten.

"Was will uns das Schicksal eigentlich damit sagen, dass es ausgerechnet Dich getroffen hat? Den, der immer eine selbst gekaufte kugelsichere Weste aus den USA getragen hat? Nur an diesem einen verdammten Sonntag nicht", heißt es darin, und: "Wir alle verfluchen diesen verdammten Sonntag und werden Dich niemals vergessen. Mach's weiterhin gut, lieber Bulli."

Die Reaktionen im Netz sind groß. Viele Nutzer loben nicht nur den offenen, emotionalen Nachruf an sich, sondern vor allem das Hochhalten der Erinnerung nach so langer Zeit. "Es ist schön, dass Euer Kollege und Freund nach wie vor einen so großen Platz in euren Herzen einnimmt und nicht vergessen wird", schreibt ein Kommentator. Und ein anderer meint: "Wo gibt es heute noch so aufrichtige Kollegen? Hut ab, dass ich als ehemaliger Kollege so etwas erfahren darf. Danke liebe Kollegen."

Viele Facebook-Nutzer danken den Beamten auch für ihren täglichen Einsatz. Etwa in diesem Kommentar: "Jeder einzelne Polizist/jede einzelne Polizistin auf unseren Straßen verdient unseren höchsten Respekt! Ihr riskiert tagtäglich Euer Leben."

Neue kugelsichere Westen in jedem Streifenwagen

In diesem Jahr gewinnt der Fall neue Brisanz: Nur einen Tag nach dem Jahrestag wurden am Montag in NRW die neuen kugelsicheren Westen der Polizei vorgestellt. Nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate waren sie angeschafft worden, um die Beamten zu schützen. Jeder Streifenwagen wird mit den Schutzwesten ausgestattet.

Michael Erkelenz war 1999 bei einem Routineeinsatz erschossen worden. Ein Mann, der in einer ruhigen Wohngegend Kinder ansprach, zog unvermittelt eine Waffe und schoss auf Erkelenz und seinen Kollegen. Der Täter floh, erschoss auf seiner Flucht eine Frau und tötete sich anschließend selbst.

 
 

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