Hagener Politiker werben für neue Ortsschilder

WP-Foto: Jens Stubbe
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Hagen.. Neues aus Schilda: Die CDU-Fraktion im Hagener Rat macht ihre Unterstützung für Oberbürgermeister Dehm jetzt augenscheinlich deutlich. Auf T-Shirts werben die Politiker für die Ortsschilder mit der Bezeichnung „Stadt der FernUniversität“.

Dehm hatte angekündigt, den Namenszusatz mit Zustimmung des Rates bei der Landesregierung beantragen zu wollen. Das Verkehrsministerium fordert, die Zusatzbezeichnung müsse wieder entfernt werden, da sie nicht im Einklang mit den in NRW gültigen Bestimmungen zur Straßenverkehrsordnung stehe.

Die Fernuniversität ist mit 51 000 Studenten die größte Universität Deutschlands. Insgesamt nutzen derzeit mehr als 68 000 Menschen die Bildungsangebote des Instituts. „Das fällt nur deshalb nicht deutlich auf, weil anders als in Marburg oder Heidelberg die Studenten nicht als Stadtbild prägen“, sagte Bürgermeister Hans-Dieter Fischer (CDU). Und sein Fraktionskollege Martin Erlmann fügte hinzu, die T-Shirt-Aktion verfolge zwei Zielrichtungen: „Wir demonstrieren auf charmante Weise, dass wir stolz sind auf unser Alleinstellungsmerkmal Fernuniversität. Im Übrigen wünschen wir uns einen gelassenen Umgang mit dem Thema.“

„Was für normale Bürger gilt, muss auch für den OB gelten“

Das dürfte ein Wunschtraum bleiben. Denn die Hagener SPD unterstützt das Anliegen zwar auch, doch übte Fraktionschef Mark Krippner gleichzeitig Kritik an der Vorgehensweise des Oberbürgermeisters: „Was für normale Bürger gilt, muss auch für den OB gelten: sich an Recht und Gesetz zu halten“, sagte Kripp­ner. „Offenbar wollte Herr Dehm einfach mal mit den Muskeln spielen und zeigen, wie toll er ist. Es macht mich schon nachdenklich, wenn unser Stadtoberhaupt einen solchen Rechtsbruch begeht.“

Seine Fraktion werde in der nächsten Ratssitzung selbst einen Antrag in Sachen Ortseingangsschilder stellen, kündigte Krippner an. Sollte das Innenministerium in Düsseldorf den Hagener Vorstoß dann weiterhin ablehnen, wolle man über die Hagener Landtagsabgeordneten Hubertus Kramer und Wolfgang Jörg ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren auf den Weg bringen, so Krippner: „Bis es so weit ist, schlage ich vor, gleich neben dem Ortsschild ein großes Zusatzschild mit dem Hinweis auf die Fernuni zu postieren.“

Andernorts ist man viel weiter

Andernorts ist man viel weiter. Das hessische Hünfeld führt den Namenszusatz „Konrad-Zuse-Stadt“ (Konrad Zuse gilt als Erfinder des Computers) seit 2006 im sogenannten „amtlichen Verkehr“. Ein Erlass des damaligen Innenministers und jetzigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) machte es möglich. Hünfeld heißt seitdem nicht mehr Hünfeld, sondern in allen amtlichen Dokumenten Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld. Dies geht hin bis zu topographischen Karten der Landesvermessungsämter. „Natürlich findet sich der Namenszusatz auch auf unseren Ortseingangstafeln“, sagte der Sprecher der Stadt, Helmut Käsmann.

 
 

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