Hagener Handelsgruppe Douglas verstärkt sich in Frankreich

Douglas will durch Zukäufe in Frankreich wachsen.
Douglas will durch Zukäufe in Frankreich wachsen.
Foto: Michael Kleinrensing / WP
Hagener Handelsgruppe will zukaufen und geht optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. Neue Eigentümerstruktur wirkt sich aus: Das Unternehmen veröffentlicht weniger Zahlen. Die Zahlen, die bekannt werden, verraten: Es läuft gut für Douglas. Nun will das Unternehmen wachsen - unter anderem in Frankreich.

Hagen/Düsseldorf. Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied deutlich machen. Die Hagener Handelsgruppe Douglas lädt nicht mehr zur Bilanzpressekonferenz nach Düsseldorf ein, sondern zu einem „Rückblick auf das Geschäftsjahr 2012/13 sowie einen Ausblick auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft“. Die neue Eigentümerstruktur mit dem Finanzinvestor Advent und der Familie Kreke sowie der damit verbundene Börsenrückzug im Sommer dieses Jahres haben die Douglas Holding von vielen lästigen Regularien des Aktienmarktes befreit - unter anderem von den Meldepflichten.

Bekannte Töchter

Heute sind die Eigner des Handelskonzern mit den bekannten Töchtern wie Douglas (Parfümerien), Thalia (Bücher), Christ (Uhren und Schmuck), Appelrath-Cüpper (Mode) oder Hussel (Süßigkeiten) frei, ihre Geschäftszahlen zu veröffentlichen. Es sind deutlich weniger geworden. Den Angaben von Vorstandschef Dr. Henning Kreke zufolge, der gestern erstmals nach dem Rückzug von der Börse Einblick in die laufenden Geschäfte gab, steigerte die Douglas Holding im abgelaufenen Geschäftsjahr (Oktober 2012 bis September 2013) den Umsatz währungsbereinigt um 0,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Die Ertragslage habe sich ebenfalls verbessert und liegt „über unseren Erwartungen“, wie Kreke hinzufügte. Details - etwa, ob sich der Verlust des Geschäftsjahres 2011/12 von knapp 110 Millionen Euro nur verringert hat oder die Handelsgruppe schwarze Zahlen schreibt, nannte er nicht.

Vor allem die Entwicklung „in unserem Heimatmarkt Deutschland“ mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro stimmt Kreke zuversichtlich - das Auslandsgeschäft trug mit 1,2 Milliarden Euro rund ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Angaben zu den einzelnen Sparten gibt es nicht mehr. Das Online-Geschäft, im vergangenen Jahr noch Sorgenkind, wuchs um 16 Prozent und macht mittlerweile acht Prozent des Konzernumsatzes aus. Die Kooperation mit dem Internet-Händler Zalando (600 Artikel) soll ausgebaut werden. „Alles in allem sind wir mit dieser Entwicklung zufrieden“, resümierte der Douglas-Vorstandschef.

„Die Leute wollen Geld ausgeben“

Sein Hauptaugenmerk dürfte in den nächsten Monaten auf der Vollendung eines neuen Zukaufs liegen - dem größten der Unternehmensgeschichte. Gemeinsam mit der französischen Parfümeriekette Nocibé würde Douglas mit 625 Niederlassungen über das größte Filialnetz in Frankreich verfügen und insgesamt 4000 Mitarbeiter beschäftigen.

Im Oktober hatte Douglas bekannt gegeben, in exklusiven Übernahmeverhandlungen mit dem bisherigen Nocibé-Eigentümer, dem Finanzinvestor Charterhouse, zu stehen. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2014 abgeschlossen sein, falls Betriebsräte und Kartellamt zustimmen. Kreke zeigte sich interessiert an weiteren Zukäufen, auch von kleineren Parfümerie-Familienunternehmen in Deutschland.

Aber vorher steht noch das Weihnachtsgeschäft an, traditionell Hauptumsatzträger der Gruppe. Erwartete Renner: Chanel No. 5, Diamantschmuck und Uhren sowie Lederarmbänder mit Anhängern. Kreke: „Das Konsumumfeld ist positiv, die Leute wollen Geld ausgeben. Wir gehen vor diesem Huntergrund von einem wirklich guten Weihnachtsgeschäft aus.“

 
 

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