Hagener Grundschüler sollen umgesiedelt werden

Der Schulweg führt in Hagen zu Diskussionen.
Der Schulweg führt in Hagen zu Diskussionen.
Foto: Fischer
Die Grundschulkinder vom Spielbrink sollen ab dem neuen Schuljahr zur Grundschule am Quambusch wechseln. Die Eltern wurden freilich nicht informiert.

Hagen.. Wie lange wartet man auf eine Antwort, wenn man sich mit seinen Sorgen an die Stadt Hagen wendet? Und wann gedenkt die Stadt eigentlich die Eltern darüber zu informieren, dass ihre Kinder statt einiger hundert Meter Schulweg ab Sommer Tausende Meter zurücklegen müssen? Das sind nur zwei Fragen, die die Eltern der Kinder, die noch die zweite und dritte Klasse der Grundschule Spielbrink besuchen, auf die Palme bringen.

Sie sind sauer, und sie sind frustriert. Weil ihr Brief, den sie im November 2013 mit einer Unterschriftenliste abgeschickt haben, nicht beantwortet wurde.

Und weil sich ihr Wissen um die Zukunft der Grundschule Spielbrink nur aus Gerüchten und dem, was Ratsherr und Bürgermeister Horst Wisotzki als Antwort auf zwei Anfragen im Stadtrat erhalten hat, zusammensetzt.

Wechsel im Klassenverband

Demnach hat die Stadtverwaltung einen Plan, den der Rat der Stadt bereits Ende September 2013 abgesegnet hat. Nur die Eltern haben offiziell davon nichts erfahren.

Dieser Plan sieht vor, dass die jetzigen Zweit- und Drittklässler – betroffen sind 48 Kinder – ab Sommer nicht mehr auf dem Spielbrink, sondern in der Nachbarsiedlung Quambusch in der Friedrich-Harkort-Grundschule unterrichtet werden. Angedacht ist, dass die Mädchen und Jungen im Klassenverband wechseln. Ein gesonderter Schulbus soll nicht fahren. „Von deren Wohnort her haben 20 Kinder einen Fußweg von weniger als zwei Kilometern“, schreibt Oberbürgermeister Erik O. Schulz. Diese Kinder haben keinen Anspruch auf ein Schoko-Ticket, die übrigen doch.

Dabei hätten, so die Eltern, die Versprechungen wenige Wochen vor dem Ratsbeschluss noch ganz anders geklungen: „Als wir unser Kind angemeldet haben, hat uns die Schulleiterin noch versprochen, dass jedes Kind hier am Spielbrink bis zum Ende unterrichtet wird“, so Thomas Asbeck. „Und jetzt das...“

Andere Versprechen

Dabei, so sagen die Eltern, gebe es nicht wenige, die sich von vornherein für eine andere Schule (ebenfalls in Frage kommen die Grundschule Gewecke oder die Freie Evangelische Schule) entschieden hätten, wenn mit offenen Karten gespielt worden wäre. „Man kann einfach nicht voraussetzen, dass Eltern sich permanent mit Entscheidungen auseinandersetzen, die im Rat fallen“, sagt Sabine Schmidt, „und dass sich Informationen dann auf diesem Weg verbreiten. Zumal uns ja noch wenige Wochen zuvor etwas anderes zugesichert worden war.“

Immerhin: Die Politik will sich des Themas jetzt noch einmal annehmen. Ratsherr und Bürgermeister Wisotzki hat auf einem Elternabend zugesagt, sich für einen Schulbus einzusetzen: „Offenbar hat man die Eltern nicht ausreichend informiert. Viele sind aus allen Wolken gefallen, als sie erfahren haben, dass ihre Schule im Sommer schließt und die Kinder zu Fuß gehen oder normale Linienbusse nutzen müssen.“ Auch die Linken, Hagen Aktiv und die Piraten sind für einen Schulbus.

Nur Pflicht zur Kostenerstattung

Ob das Erfolg hat, muss sich zeigen. Ein Stadtsprecher erklärt, dass es für die Stadt keine Beförderungspflicht gebe, sondern nur eine Kostenerstattungspflicht ab zwei Kilometern. Im übrigen sei der Schulweg sicher. Es gebe breite Gehwege.

Grundsätzlich macht die Stadt deutlich, dass es einen gültigen Ratsbeschluss gebe. Es sei in einem solchen Fall nicht üblich, dass beispielsweise der Fachbereich Bildung die Eltern offiziell informiere. Das passiere in der Regel über die Schulleitung.

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