Hagen soll vom Boom der Stadt Dortmund viel mehr profitieren

Kann Hagen davon profitieren, wenn sich die Stadt quasi als Vorort der prosperierenden Stadt Dortmund profiliert? Eine These von Geschäftsmann Søren Kloch.

Hagen.. Søren Kloch könnte sagen, dass ihm das egal ist. Egal, wie sich der Rest von Hagen entwickelt, denn eigentlich kommt er gut allein zurecht. Und das seit nunmehr 25 Jahren. „Unsere Kundschaft kommt zu mehr als der Hälfte von außerhalb Hagens, aus Dortmund dem gesamten Ruhrgebiet aber auch von viel weiter weg“, sagt der gebürtige Däne, der gemeinsam mit Rasmus Breinhild-Olsen das Herren-und Damenmodenfachgeschäft „Søren“ an der Elberfelder Straße ganz in der Nähe des Theaters seit Anfang der 1990er-Jahre betreibt.

Dass seit Jahren verschiedene BVB-Spieler sich hier einkleiden, ist ein offenes Geheimnis. Aber Søren Kloch ist es trotzdem nicht egal, was in Hagen geschieht. „Wir setzen voll auf die Volmestadt, haben gerade 200 000 Euro in die Modernisierung der Geschäftsräume investiert.“ Er hat vorgelegt, um damit Beispiel zu sein für weitere Investitionen in diesem Bereich der Fußgängerzone, der durch die Verschiebung in Richtung Ebertplatz mit seinen zwei Einkaufsgalerien derzeit mit Problemen zu kämpfen hat.

Drei entscheidende Ideen hat er, die er zur Diskussion stellen will und für die er auf Mitstreiter hofft:

1. Hagen kann stärker Dortmund nutzen. Dortmund gilt im Moment als Boomtown. In In-Vierteln, wie dem Kreuz- oder Saarlandstraßenviertel steigen die Mieten, der Wohnraum wird knapp. Viele Firmen siedeln sich an, auch die Geschäftsmieten steigen.

Was braucht Hagen? Für Søren Kloch ist das der Punkt, an dem Hagen ansetzen kann: „Wer eine tolle Geschäftsidee hat, sie aber in Dortmund aufgrund der Kosten nicht umsetzen kann, den sollten wir ganz offensiv einladen, dies hier in Hagen zu verwirklichen. Dortmund und auch andere Städte im Ruhrgebiet oder in Wuppertal liegen nicht weit entfernt. An unserem Laden sieht man ja: Wenn das Angebot stimmt, dann kommen die Leute auch von weit weg hier her.“ Das Gleiche gilt für das Thema Wohnen. Es sei doch heute gar kein Problem mehr, die Möglichkeiten Dortmunds zu nutzen, aber in Hagen im Zweifelsfalle viel günstiger zu wohnen. „Diesen Vorteil müssen wir viel mehr herausstellen. Wir haben sehr viele schöne Häuser hier.“

2. Den Theatervorplatz beleben. Søren Kloch argumentiert hier im Zweifelsfall natürlich nicht uneigennützig. Ihm ist daran gelegen, dass sich auch im Umfeld „Søren“ weitere attraktive Händler oder Gastronomen ansiedeln. „Aber man sieht doch auch, wie schnell man positive Effekte erzielen kann. Seit „Hans im Glück“ hier eröffnet hat, ist erheblich mehr Bewegung in diesem Bereich der Fußgängerzone. Diesen Schwung müssen wir nutzen, der Theaterplatz muss attraktiver werden, sein eigenes Profil entwickeln. Es ist wichtig, dass wir neben der sehr tollen Entwicklung am Ebertplatz einen zweiten Anker am anderen Ende der Fußgängerzone schaffen.“ Das Stadttheater sei so ein tolles Gebäude und so eine tolle Einrichtung, dessen Umfeld müsse man nutzen und stärken. Gerade hier könne ein Quartier mit neuen kreativen Geschäftsideen und Gastronomen entstehen.

3. Den individuellen Handel stärken. „Nach Hagen kommt niemand wegen der Ketten, die es überall gibt“, sagt Kloch. Hagen könne aber mit dem Pfund der sehr individuellen, inhabergeführten Geschäfte wuchern. „Zu uns kommen oft Kunden von weit her. Ich habe aber überhaupt kein Interesse, dass sie nur bei uns im Laden sind. Ich würde Ihnen gerne einen Leitfaden an die Hand geben, was sie an diesem Tag sonst noch in Hagen machen können. Wo sie gut einkaufen können, was sie besuchen können und wo sie gut essen und trinken können. Eine solche individuelle Hagener Initiative brauchen wir“, sagt Kloch.

Serie „Was braucht Hagen?“

Alle Folgen der Serie „Was braucht Hagen?“ könne Sie auch noch einmal nachlesen unter wp.de/wasbrauchthagen-kompakt

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