Hagen

Hagen: Familie kommt aus dem Urlaub in Polen – plötzlich steht sie vor den Trümmern ihrer Existenz

Urszula Strzelczyk (rechts) zusammen mit ihrer Tochter Weronika Strzelczyk. Die Flut hat den Brautmodenladen komplett ruiniert.
Urszula Strzelczyk (rechts) zusammen mit ihrer Tochter Weronika Strzelczyk. Die Flut hat den Brautmodenladen komplett ruiniert.
Foto: DER WESTEN / Charmaine Fischer

Hagen. Wenn man aus dem Urlaub kommt, soll man eigentlich tiefenentspannt sein. Doch ein Familie aus Hagen erlebte genau das Gegenteil – sie mussten einen echten Schock verdauen.

Denn bereits 2003 betreibt Urszula Strzelczyk ihr Brautmoden-Geschäft „Hochzeit deluxe by Veroonica“ am Märkischen Ring in Hagen. Doch dann zerstörte das Hochwasser ihre gesamte berufliche Existenz.

Fassungslos steht Urszula Strzelczyk zusammen mit ihrer Tochter Weronika Strzelczyk in ihrem von der Hochwasser-Katastrophe so schwer geschädigten Brautladen in Hagen: Die eigentlich strahlend weißen Brautkleider mit Schlamm beschmutzt, das Holzmobiliar komplett aufgeweicht, vor der Tür stapeln sich Trümmerteile, die die Wassermassen hinterlassen haben. Eigentlich hilft Urszula Strzelczyk Bräuten in spe bei der Suche nach dem perfekten Kleid für ihre Hochzeit – doch jetzt braucht sie selbst Hilfe.

Hagen: Brautmodenladen-Besitzerin steht vor dem Scherbenhaufen ihrer Existenz

„Es ist eine Katastrophe. Einfach unvorstellbar, wir konnten es nicht begreifen und haben uns gefühlt wie im falschen Film. Wir dachten niemals, dass so etwas uns treffen kann. Meine Mama ist direkt in Tränen ausgebrochen“, berichtet Weronika Strzelczyk, die ihrer Mutter in dieser schwierigen Zeit zur Seite steht.

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Das ist die Stadt Hagen:

  • Hagen ist eine kreisfreie Großstadt
  • Sie liegt am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets
  • Wird oft als „Tor zum Sauerland“ bezeichnet
  • Circa 188.800 Einwohner (Stand: 2019)

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Die Familie war im Urlaub in Polen als die Wassermassen in Hagen am Mittwochnachmittag unerbittlich anstiegen. Eine Mitarbeiterin des Ladens meldete ihnen zunächst nur etwas Wasser im Keller – niemals hätte Urszula Strzelczyk aber gedacht, dass das Ganze solch ein Ausmaß nimmt.

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Hagen: Familie war zum Zeitpunkt des Hochwassers in Polen

Und ihre Angestellte handelte genau richtig: Da zunächst nicht klar war, woher das Wasser kam, nahm sie die sich im Keller befindlichen Brautkleider, die bereits für anstehende Hochzeiten gekauft und reserviert waren, und beförderte sie per Lkw schnell in eine Lagerhalle.

Kurz vor Feierabend dann der nächste Schock: Überall trat plötzlich braunes, schlammiges Wasser raus! „Wir dachten zuerst an den Strom, das wäre eine Katastrophe. Dann haben wir uns direkt in ein Auto gesetzt und sind nach Hagen gefahren“, schildert Urszula Strzelczyk ganz aufgelöst.

Hagen: Urszula Strzelczyk bricht ihren Urlaub ab und eilt nach Deutschland

Am nächsten Morgen angekommen stand die Familie vor den Trümmern ihrer Existenz. „Mein erstes Gefühl war Angst. Das ist doch meine einzige Einnahmequelle“, sagt die Laden-Besitzerin verzweifelt.

Die meisten Kleider sind hinüber, von den Schlammmassen verdreckt. Und auch das Gebäude muss von einem Statiker noch auf Schäden geprüft werden. Versichert ist die Familie gegen solch eine Naturkatastrophe nicht. Doch aufgeben? Das kommt für sie nicht infrage. „Wir planen an diesem Standort wieder zurückzukommen. Erst Corona und jetzt das. Aber unser Ziel ist es, eine neue Existenz aufbauen“, geben sich Mutter und Tochter kämpferisch.

Hagen: Mutter und Tochter wollen einen Neustart wagen

Und für ihren Neustart bekommen sie Hilfe von allen Seiten: Familie und Freunde packen mit an und auch der Vermieter unterstützt, wo es nur geht. „Wir sind so dankbar“, sagt Weronika Strzelczyk gerührt.

Wenn der Schutt beseitigt ist, sollen die Renovierungsarbeiten beginnen und ein Neuanfang gewagt werden. Doch bis dahin dauert es noch. Deswegen plant Urszula Strzelczyk voraussichtlich ab August einen Brautmodenverkauf in der Lagerhalle, in der ihre Mitarbeiter einen Teil der Kleider sichern konnte. Diese befindet sich am Gründelbusch 12 in Hagen.

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„Da wartet noch eine Menge Arbeit auf uns“, wissen Mutter und Tochter. Bleibt nur zu hoffen, dass sich diese auch lohnen wird. (cf)