Hagen besiegelt Bündnis für Toleranz

So bunt ist Hagen: Mehr als 90 Menschen ausländischer Herkunft kamen zur letzten Einbürgerungsfeier ins Rathaus.
So bunt ist Hagen: Mehr als 90 Menschen ausländischer Herkunft kamen zur letzten Einbürgerungsfeier ins Rathaus.
Die Stadt Hagen hat mit dem Jugendring und zahlreichen Institutionen ein offenes Bündnis „Gegen Rechts und für Toleranz und Demokratie“ besiegelt. „Hagen bleibt bunt“ ist Titel einer Aufrtaktveranstaltung am Freitag, 16. März, 19 Uhr, im Kunstquartier.

Hagen. Eine Hochburg der rechten Szene ist Hagen nicht. Aber Fremdenfeindlichkeit existiert, wenn auch verdeckt. Frank Fischer, Vorsitzender des Jugendrings, weiß darum. Umso wichtiger ist allen Beteiligten das „Bündnis gegen Rechts und für Toleranz und Demokratie“.

„Latente Gesinnung“

„Wir spüren diese latente rechte Gesinnung“, sagt Fischer, „bei Aktionen mit Zeitzeugen des Nazi-Terrors in Schulen oder wenn wir mit einem Stand in der Fußgängerzone stehen und uns jemand zuruft, dass es jetzt aber genug sei.“

Genug aber ist noch lange nicht. Das findet auch Hagens Oberbürgermeister Dehm. „Als wir in Hagen den runden Tisch der Religionen hatten, war die Mordserie gegen ausländische Mitbürger gerade großes Thema in den Medien“, so Dehm. „Die Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaften haben damals öffentlich gefragt, ob sie der Staat den ausreichend schützen könne. Das hat mich nachdenklich gemacht.“ Und weiter: „Es ist richtig, dieses Bündnis zu schmieden und zu sagen: Wir haben keinen Platz für menschenverachtendes Thesen, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.“ In einer Stadt, in der mit 140 verschiedenen Nationalitäten so viele wie in keiner anderen Großstadt Nordrhein-Westfalens leben und die den höchsten Anteil von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte hat, wie Reinhard Goldbach vom Fachbereich Jugend und Soziales erklärt.

„Keine Alibi-Veranstaltung“

Wert legt Frank Fischer darauf, dass das Bündnis keine Alibi-Veranstaltung unter dem Dach des Jugendrings sei, die all das übernehme, was Politik selbst nicht schaffe. „Das Bündnis ist keine Aufgabe für Spezialisten. Jeder ist gefordert. Vor allem die Erwachsenen.“

Beim Jugendring wird künftig ein Bündnisbüro eingerichtet, das Uwe Grabowski leitet. Hier sollen die Fäden zusammenlaufen. Denn nach der Auftaktveranstaltung, so die Verantwortlichen, sollen die Aktivitäten nicht einschlafen.

Veranstaltung im Kunstquartier

Zurück geht die Idee des Bündnisses auf eine Initiative von Cordula Aßmann, Chefredakteurin von 107,7 Radio Hagen. Sie ist es auch, die die Auftaktveranstaltung „Hagen bleibt bunt“ am Freitag, 16. März, 19 Uhr, im Kunstquartier moderiert. Kulturelle Beiträge und Diskussionen ergänzen sich.

Weitere Infos sowie Beitrittserklärungen zum Bündnis unter www.jugendring-hagen.de.

 
 

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