Hagen Aktiv: Enervie-Zahlen als Alarmsignal

Hagen..  Als „Alarmsignal“ wertet die Hagen-Aktiv-Fraktion die beunruhigenden Zahlen rund um den Enervie-Konzern, wonach für 2014 ein Bilanzverlust von 132 Millionen Euro und eine lediglich einstellige Eigenkapitalquote erwartet wird. „Quoten von unter 12 Prozent werden durchweg als deutlich negativ bewertet“, so Fraktionsvorsitzender Josef Bücker. „Und vor dem Hintergrund der horrenden Sonderabschreibungen muss auch bezweifelt werden, ob die sofortige Entscheidung zur Abschaltung der Kraftwerke ohne gesicherte alternative Geschäftsfelder die richtige Entscheidung war.“

Familien von Zukunft abhängig

Es dürfe bei der Betrachtung nicht vergessen werden, dass Enervie ein Unternehmen in kommunaler Trägerschaft sei. Nach Meinung der Fraktion trifft deshalb auch den Rat eine erhöhte Verantwortung auf dem Weg aus der Krise. „Da geht es schließlich nicht nur um Bankinteressen, hier sind Menschen aus Hagen beschäftigt, die wirtschaftlich mit ihren Familien von Enervie abhängen“, so der Fraktionsvorsitzende weiter. „Es liegt im ureigenen Interesse der Stadt, Enervie bei der Kursänderung zu unterstützen. Und da gilt es, unter Vorlage sämtlicher Unterlagen sämtliche Denkmodelle durchzuspielen, um zwischen dem Unternehmen, den Mitarbeitern, den Anteilseignern und der Politik den Nenner zu finden, auf dem Enervie aussichtsreich weiterbetrieben werden kann.“

HVG vor Schieflage schützen

Der Aufsichtsrat und die neu gebildete Arbeitsgruppe könnten hier einen Beitrag leisten. Die gewonnenen Erkenntnisse müssten allerdings auch vom Enervie-Vorstand angenommen und umgesetzt werden, ohne dass der Aufsichtsrat dabei die Arbeit des Vorstandes erledige. „Auf gar keinen Fall darf die aktuelle Krise dazu führen, dass durch eine rasche Aufzehrung der Rücklagen auch noch die HVG in Schieflage gerät oder die Bürger durch weitere Kürzungen bei Bädern und Bussen die Zeche zahlen“, so Bücker.

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