Hagen-Agentur-Chef Gerhard Schießer muss gehen

Gerhard Schießer.
Gerhard Schießer.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Seite Monaten ist er unter Druck, nun steht der Geschäftsführer der Hagen-Agentur vor seiner Ablösung: Am Mittwoch soll Gerhard Schießer nach Informationen unserer Zeitung vom Stadtrat abberufen werden. Die Nachfolge ist noch unklar.

Hagen..  Wenn sich am Donnerstag der neue Rat zu seiner konstituierenden Sitzung trifft, dann wird nach Informationen unserer Zeitung im nicht-öffentlichen Teil eine brisante Personalie zumindest vorentschieden: Gerhard Schießer soll als Geschäftsführer der für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zuständigen Hagen-Agentur abberufen werden. Die Mehrheit gilt als sicher.

Die Gesellschafter (50,08 Prozent Stadt, 18,12 Prozent Märkische Bank, 18,54 Prozent Sparkasse sowie weitere Private) haben sich mit dem seit Monaten unter Beschuss stehendenden Schießer offensichtlich auf eine Ablösung geeinigt. Der 57-Jährige wird bis zum Ablauf seines Vertrages im August 2015 – wie es ihm rechtlich zusteht – bezahlt freigestellt. Danach könnte er wieder ins Rathaus wechseln. Oder aber es wird eine rechtlich saubere Lösung für einen vorzeitigen Ruhestand gefunden.

Bis Sommer kommenden Jahres wird offensichtlich auch kein neuer Geschäftsführer eingestellt. Die Geschäfte führt bis auf weiteres Prokurist Michael Ellinghaus. Das könnte dem neuen Oberbürgermeister Erik O. Schulz nicht ungelegen kommen. Denn er will wohl erst über die künftige Struktur und das Aufgabengebiet der Hagen-Agentur beraten. Zur Diskussion stehen könnte dabei auch eine stärkere Zusammenarbeit mit der für Beschäftigungsförderung zuständigen Agentur Mark. An der sind unter anderem auch der EN-Kreis und der Märkische Kreis sowie die SIHK beteiligt – und sie wurde bislang vom neuen OB Erik O. Schulz geführt.

An der von seinem Vorgänger Jörg Dehm initiierten Grundkonzeption der Hagen-Agentur – sprich: Bündelung von Wirtschaftsförderung sowie Stadtmarketing und Tourismus – will Schulz aber festhalten. Das hat er bei einem Besuch der Mitarbeiter kurz nach seinem Amtsantritt durchblicken lassen. Bei dem Team, so ist zu hören, sei dies mit Erleichterung aufgenommen worden.

Mangelnde Schlagkraft vorgeworfen

Der Hagen-Agentur wird schon lange mangelnde Schlagkraft in der Wirtschaftsförderung vorgeworfen. Im Herbst hatte dann Märkische-Bank-Chef Hermann Backhaus in einem Interview mit unserer Zeitung den personellen Neuanfang gefordert. Schießer hatte danach in einem Brief gefordert, dass sich Aufsichtsrat und Gesellschafter hinter ihn stellen sollten – doch das geschah nicht. Schießer ist de facto schon länger nicht im Dienst: Er war krank geschrieben und feiert derzeit Überstunden ab. Für eine Stellungnahme war er gestern nicht zu erreichen.

 
 

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