Grünfläche als Hundeklo - Genossenschaft zahlt Prämie für Hinweise

Martin Weiske
Die Grünanlagen rund um die GWG-Häuser am Quambusch sind seit der Sanierung in einem Top-Zustand. Doch immer mehr Hundebesitzer glauben, das Areal als Notdurft-Revier missbrauchen zu können.
Die Grünanlagen rund um die GWG-Häuser am Quambusch sind seit der Sanierung in einem Top-Zustand. Doch immer mehr Hundebesitzer glauben, das Areal als Notdurft-Revier missbrauchen zu können.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Für viel Geld wurden die GWG-Häuser sowie deren Umfeld am Quambusch saniert. Doch immer wieder werden Hundehalter dabei beobachtet, dass sie die Grün- und Spielflächen als Notdurft-Reviere für ihre Lieblinge missbrauchen. Wer seinen Nachbarn dabei ertappt, wird mit einem Warengutschein belohnt.

Haspe. „Da kriege ich echt ‘nen Hals!“ Christoph Rehrmann, Geschäftsführender Vorstand der in Haspe ansässigen Gemeinnützigen Wohnstätten-Genossenschaft (GWG) gilt keineswegs als notorischer Klopfer markiger Sprüche. Doch wenn es um die mit Hundehaufen übersäten Wiesen rund um seine frisch sanierten Immobilien am Quambusch geht, kommt der Immobilienmanager richtig in Wallung.

„Es war zwischen Weihnachten und Silvester, als mich die E-Mail eines Mieters vom Quambusch erreichte, der zum wiederholten Male beobachtet hatte, wie der vierbeinige Liebling seines Gegenübers sich im Vorgartengrün an der Louise-Märcker-Straße erleichterte.“

Appell zum Hinschauen

Verärgert setzte Rehrmann an alle Mieter des Quartiers ein Schreiben auf, in dem er seine Kunden um Mithilfe bei der Suche nach ignoranten Hundebesitzern bittet. Als Dankeschön lobte er gleich noch eine Prämie für die Informanten aus: „Ihren Beitrag, eine saubere und schöne GWG-Anlage zu erhalten, belohnen wir gerne mit einem Einkaufsgutschein in Höhe von 20 Euro.“ Sein Appell: „Bitte schauen Sie nicht weg, informieren Sie uns.“

„Ein Unding“, wettert jetzt eine GWG-Mieterin, die aus Sorge vor Repressalien lieber ungenannt bleiben möchte, am Redaktionstelefon. „Ein solches Anschwärzen eröffnet dem Denunziantentum Tür und Tor“, erinnert die Dame an den sozialen Ansatz, den die GWG doch sonst so hochhalte. Mit einem solchen Vorstoß werde das Klima unter den Mietern nur unnötig vergiftet.

Eine Argumentation, die Rehrmann nicht nachvollziehen kann: „Uns liegt das Wohlbefinden aller Mieter am Herzen.“ Dazu gehörten nicht nur energetische Maßnahmen und schöne Fassaden, sondern auch ein entsprechend gestaltetes Wohnumfeld mit Grünanlagen und Spielplätzen. „Leider hören wir in letzter Zeit immer häufiger, dass Hundebesitzer aus den umliegenden Objekten ihre Tiere auf unseren Flächen ausführen, ihre Notdurft verrichten lassen und anschließend nicht zur Plastiktüte greifen.

Zusätzliche Reinigungskosten entstehen

Das sorgt nicht nur bei uns und den Mietern für Ärger, sondern auch das Gesamtbild der Anlage wird zerstört.“

Zudem entstünden zusätzliche Reinigungskosten, um die Angebote nutzbar zu erhalten. Diese Extra-Einsätze zur Rasen- und Spielplatzpflege müssten dann wiederum auf sämtliche GWG-Mieter umgelegt werden, wirbt Rehrmann um breite Solidarität: „Uns geht es darum, die Hemmschwelle bei den Hundebesitzern höher zu legen.

Sie sollen einfach wissen, dass die Fenster der umliegenden Häuser viele Augen haben und hinter jeder Gardine jemand lauern kann, der eventuell auch ein entlarvendes Handy-Foto an uns weiterleitet.“