Großübung im Goldbergtunnel zeigt Schwächen für Ernstfall auf

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Schweres Zugunglück in Hagen, die Regionalbahn 52 „Volmetalbahn“ ist im Goldbergtunnel verunglückt. 25 Personen werden verletzt. Zum Glück war die Szenerie in der Nacht zum Sonntag nur eine Übung von Feuerwehr und Bahn.

Wehringhausen.. Schweres Zugunglück in Hagen, die Regionalbahn 52 „Volmetalbahn“ ist im Goldbergtunnel verunglückt. In den Waggons stürzen die Menschen, 25 Personen werden verletzt – Brüche und Platzwunden. Hilfeschreie, Opfer unter Schock, Rauchwolken. Zum Glück war die Szenerie in der Nacht zum Sonntag nur eine Übung von Feuerwehr und Bahn.

Punkt 1 Uhr, als der letzte fahrplanmäßige Zug die Strecke passiert hat, startet die Übung mit 250 Beteiligten. Darunter 25 mit viel Kunstblut in realistische Unfallopfer verwandelte Darsteller, die im Goldbergtunnel positioniert sind. Die Lage: Die Leitstelle der Deutschen Bahn bemerkt, dass die RB52 nicht mehr aus dem längsten „klassischen“ Eisenbahntunnel des Landes NRW mit 2200 Metern Länge zwischen dem Hauptbahnhof und Oberhagen auftaucht. Auf eine erste Verdachtsmeldung folgt der Notruf des Lokführers, der Qualm aus dem Motorraum meldet - eine Weiterfahrt ist unmöglich.

Einsatz unter Atemschutz

Den ersten Kräften der Berufsfeuerwehr am Einsatzort ist schnell klar, dass es sich um einen so genannten „Massenanfall von Verletzten Stufe 1“ handelt. Sofort erhöht Einsatzleiter Ralf-Guido Blumenthal die Alarmstufe und innerhalb kürzester Zeit rücken 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und THW nach Wehringhausen und Oberhagen aus, allen voran Feuerwehr-Chef Heinz Jäger. Da moderne Notausgänge fehlen, wird ein spezielles Schienenfahrzeug der Feuerwehr, das durch die Freiwilligen aus Wehringhausen betreut wird, auf die Schienen gesetzt. Nachdem der Tunnel mit Hochdrucklüftern freigeblasen ist, erreicht das Vehikel die Unglücksstelle und die ersten Kräfte verschaffen sich einen Überblick. Wenige Minuten später betreten weitere unter Atemschutz eingesetzte Feuerwehrkräfte den Goldberg-Tunnel von beiden Seiten zu Fuß.

Parallel leuchten die herbeigerufenen THW-Kräfte die Einsatzstelle aus, die Hilfsorganisationen bauen eine Patientenablage auf. Die Löschwasserversorgung wird an der Einsatzstelle durch die Freiwillige Feuerwehr sichergestellt. 25 Fahrgäste aus dem Zug, werden von der Feuerwehr aus dem Tunnel geborgen. Die Notfallseelsorge der Feuerwehr kümmert sich um die leicht verletzten Personen. Im Kaufpark-Parkhaus in der Minervastraße werden die Opfer von den Rettungskräften erstversorgt, bevor es in der Krankenhäuser geht.

Kommunikation im Tunnel könnte beser sein

„Wir haben das gesehen, was wir sehen wollten“, bilanziert Übungsleiter Veit Lenke um 3.30 Uhr. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Einsatzkräften habe bestens funktioniert. „Auch die Alarmierungszeiten der Freiwilligen Feuerwehr waren sehr vorbildlich“, so Lenke.

„Mängel gibt es immer, schließlich sind solche Übungen dafür da, um daraus zu lernen.“ An einigen Stellen wie z.B. der Kommunikation im Tunnel sieht Lenke Optimierungsmöglichkeiten. Ebenso beim Einsatzkonzept „Massenanfall von Verletzten“, was in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn erarbeitet wurde. Die Ergebnisse werden jetzt aufgearbeitet und fließen in künftige Konzepte und Schulungen mit ein.

 
 

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