Gerbersmann gibt der Hagener CDU einen Korb

Kämmerer Christoph Gerbersmann tritt nicht erneut als OB-Kandidat der Hagener CDU an.
Kämmerer Christoph Gerbersmann tritt nicht erneut als OB-Kandidat der Hagener CDU an.
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Kämmerer Christoph Gerbersmann steht für eine CDU-Kandidatur als Oberbürgermeister der Stadt Hagen nicht zur Verfügung. Das hat der 48-Jährige seiner Parteiführung jetzt offiziell mitgeteilt.

Hagen.. Kämmerer Christoph Gerbersmann steht für eine CDU-Kandidatur als Oberbürgermeister der Stadt Hagen nicht zur Verfügung. Das hat der 48-Jährige seiner Parteiführung jetzt offiziell mitgeteilt. „Ich habe die ruhigen Tage über Weihnachten genutzt, um diesen aus meiner Partei an mich herangetragenen Wunsch gründlich zu überdenken. Meine Lebensplanung sieht einfach anders aus“, fühlt sich der Hagener in seiner Kämmerer-Rolle absolut wohl und auch bestens akzeptiert.

„Ich bin in dieser Aufgabe angekommen“, verweist Gerbersmann darauf, auch überregional entsprechende Anerkennung zu finden. So agiert er im Vorstand des Fachverbandes der Kämmerer und ist Vorsitzender der Vereinigung der Finanzdezernenten in größeren westfälischen Städten. „Für Hagen ist es sicherlich auch wichtig, wenn in diesem Bereich Kontinuität herrscht.“ Doch Gerbersmann führt auch ein emotionales Argument für seinen Kandidatur-Verzicht an: „Wenn ich sehe, wie in dieser Stadt mit Oberbürgermeistern umgegangen wird, zieht es einen zu dieser Aufgabe auch kaum hin. Allzu oft wird nicht anerkannt, dass ein OB auch ein Mensch ist. Da werden selbst Kleinigkeiten heftig kritisiert, aber niemand erkennt an, dass hier jemand unglaublich viel arbeitet und selbst sein Privatleben häufig in den Dienst der Stadt stellt“, beklagt der Kämmerer die politischen Umgangsformen. „Wir hatten in dieser Stadt bisher vier Oberbürgermeister mit unterschiedlichen Qualitäten und Handschriften: Alle sind aus meiner Sicht demontiert und persönlich beschädigt worden.“

Kandidaten-Vorstellung zu Karneval

Während auch das private Umfeld von Gerbersmann vor dem Hintergrund seiner Entscheidung erleichtert aufatmen dürfte, bedauert die Hagener CDU-Spitze diese Entwicklung. „Wir müssen das akzeptieren und respektieren diesen Schritt natürlich auch“, versichert Kreisvorsitzender Christoph Purps. „Wir sind umgekehrt aber auch froh, dass Hagen weiterhin einen guten Kämmerer hat.“ Der Parteichef geht davon aus, dass die Hagener CDU ihren Kandidaten für den OB-Sessel rund um Karneval präsentieren wird.

 
 

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