„Geldspeicher“ entsteht für 300 Millionen

Dortmund.  Lagerhallen gibt es viele in und um Dortmund. Doch so teuer dürfte keine zweite sein: 300 Millionen Euro kostet die neue Bundesbank-Filiale, die nun an der B 1 gebaut wird – das entspricht in etwa der Investitionssumme für die Thier-Galerie in der City. Jetzt fand der symbolische Spatenstich statt.

Der Geldspeicher, über den die Bundesbank für ein weites Einzugsgebiet rund um Dortmund ihr Bargeld-Geschäft abwickeln will, ist mehr als eine normale Lagerhalle. Er wird „eine hochmoderne Filiale, die baulich und logistisch höchsten Ansprüchen genügen wird“, erklärte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele beim symbolischen Spatenstich auf dem Baugelände am Rande von Aplerbeck.

15 Ladehallen

Auf dem 80 000 Quadratmeter großen Areal – das entspricht etwa elf Fußballfeldern – entstehen mit vier Gebäuden rund 280 000 Kubikmeter umbauter Raum. Im Mittelpunkt steht ein Hochregallager, der als Tresor ausgestaltet ist. „Alleine in den Tresor werden umgerechnet rund 25 Einfamilienhäuser passen“, rechnete Thiele vor.

Die hochmoderne Technik trägt mit zu den hohen Kosten von 300 Millionen Euro bei. Eine große Rolle spielt aber auch die Sicherheit. So wird ein Wassergraben das Gesamtareal umgeben, das nur über Sicherheitsschleusen erreichbar ist.

Carl-Ludwig Thiele nutzte den symbolischen Spatenstich zu einem Plädoyer für das Bargeld, von dem sich einige Wirtschaftsexperten ganz verabschieden wollen. „Mit dem Bau der neuen Filiale setzt die Bundesbank ein Zeichen, dass Bargeld weiterhin unverzichtbar ist. Wir lehnen alle Bestrebungen ab, die Verwendung des Bargelds einzuschränken oder es gänzlich abzuschaffen“, erklärte Thiele.

Von der neuen Filiale an der B1 aus will die Bundesbank künftig einen Großteil des Bargeld-Geschäfts in Nordrhein-Westfalen abwickeln. Wie viel Geld in dem „Tresor“ untergebracht wird, ist natürlich das Geschäftsgeheimnis der Bundesbank. Fest steht, dass an 15 Ladehallen – zwölf für Papiergeld und drei für Münzgeld-Transporte – Geldtransporter andocken können, um das Geldgeschäft sicher und diskret abzuwickeln.

Kunden sind Banken und Wertdienstleister. Aber auch „Normalbürger“ können im Eingangsgebäude beispielsweise alte D-Mark-Bestände in Euro umtauschen. Bis es soweit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Zur Zeit wird der Boden ausgehoben und der Rohbau vorbereitet. Schon im Vorfeld ist man dabei auf Schwierigkeiten gestoßen: Wegen des schwierigen Untergrund durch ein eiszeitliches Urstromtal ist eine Pfahlgründung für den Gebäudekomplex nötig, berichtete der für den Bereich Bau zuständige Bundesbank-Vorstand Dr. Johannes Beermann.

 
 

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