Gegen Erniedrigung und Hass

Die Ausstellung „Zeichen wider das Vergessen"  wird derzeit im Rathaus gezeigt.  Die Werke beschäftigen sich mit der Thematik des Holocaust und sind vor Jahren im Oberstufenunterricht des Hildegardis-Gymnasium entstanden.
Die Ausstellung „Zeichen wider das Vergessen" wird derzeit im Rathaus gezeigt. Die Werke beschäftigen sich mit der Thematik des Holocaust und sind vor Jahren im Oberstufenunterricht des Hildegardis-Gymnasium entstanden.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Beeindruckende Arbeiten von Hildegardis-Schülern sind seit gestern im Rathaus zu sehen. Behandelt wird das Thema Holocaust.

Hagen. Es sind Monumentalwerke. Bilder, Collagen, Plastiken, Installationen. Raumfassend, gewaltig, fesselnd. Und allesamt erstellt von Schülern der Hildegardis-Schule.

Gestern wurde die Ausstellung „Zeichen wider das Vergessen“ in der Lobby des Rathauses eröffnet. Die Wände des großen Raumes in der ersten Etage zieren nun bis zum 4. März die von 2001 bis 2003 entstanden Exponate. Zum Teil wurden die Schülerarbeiten bereits in Hagen gezeigt, doch nicht in Form einer solch beeindruckenden Gesamtschau.

Seit zwei Jahren wird im Rathaus Kunst von Ehrenamtlichen ausgestellt. „Mit der öffentlichen Präsentationsfläche möchten wir für noch mehr freiwilliges Engagement werben“, so Peter Mook. Der Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Hagen und Ellen Pott – sie ist seit 30 Jahren Lehrerin für Kunst und Musik am Hildegardis-Gymnasium und Organisatorin der Ausstellung – wurden sich schnell darüber einig, dass sich die Werkschau, die sich mit dem Thema Holocaust beschäftigt, hervorragend eigne, im Rathaus gezeigt zu werden.

Bilder und Collagen

Was die Bilder und Collagen verbindet? Im Kern behandeln alle die Schattenseiten des Lebens bzw. menschlicher Gefühle. Es geht thematisch nicht rein um die Verfolgung der Juden, sondern auch um Erniedrigung, Freiheitsberaubung und Angst. Außerdem wurden alle Werke bei Wettbewerben präsentiert und prämiert.

„Das Monumentalwerk ,Gegen Hass – für Menschlichkeit’ hat sogar drei Preise gewonnen“, sagt ­Ellen Pott stolz. Stolz ist sie auf die Schüler, die sich 2001 und 2003 unvoreingenommen mit dem sensiblen Thema Holocaust auseinandergesetzt haben. Seit Jahren schlummern die Werke im Archiv der Hildegardis-Schule, wurden seit damals nicht mehr ausgestellt.

Geschichtsträchtiges Thema

„Wie geht man unterrichtstechnisch an ein solch geschichtsträchtiges Thema wie die Verfolgung der Juden heran?“ lautete 2001, als ­Ellen Pott das dunkle Kapitel Holocaust in ihrem Unterricht behandelte, die zentrale Frage. Mit ihren Schülern (leider war keiner der mittlerweile Erwachsenen bei der Eröffnung gestern Vormittag im Rathaus anwesend) bewarb sie sich u.a. im Rahmen eines Wettbewerbs in Berlin um den ­Victor-Klemperer-Preis, man besuchte den jüdischen Friedhof in Hagen, forschte in Archiven.

Wo die Collagen nach der Werkschau im Rathaus landen, steht derzeit noch in den Sternen.

 
 

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