„Gasrausch“ unter der Volme

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Foto: WP

Mitte..  Auch 2000 Meter tief unter Hagen soll es schlummern: Erdgas, eingeschlossen in Sand und Gestein. Neue Fördermethoden machen die Vorkommen nun erstmals zugänglich. Doch Umweltschützer, Gesundheitsämter und Wasserwerke haben Vorbehalte gegenüber der „Fracking“ genannten Methode. Denn sie funktioniert nur auf Basis hochgiftiger Chemikalien. Grund genug für die Hagener Grünen, am Dienstagabend zu Details und grünen Bedenken gegenüber der Förderung zu informieren.

In frühestens drei Jahren könnte die Förderung auch unter Hagener Stadtgebiet losgehen, würden die Behörden alle Genehmigungen erteilen. „Leider müssen wir feststellen, dass die an Förderung interessierten Konzerne, im Hagener Raum die Firma Wintershall, kaum Details und Informationen von sich aus preisgeben“, bemängelte die Grüne Landtagsabgeordnete Wibke Brems als energiepolitische Sprecherin. Bezeichnend: Zur gut besuchten Veranstaltung im Kreisverbands-Büro der Grünen Hagen erschien trotz mehrfacher Einladung kein Vertreter von Wintershall.

Geologe und Grünen-Mitglied Helmut Fehr warnte vor dem unberechenbaren Hagener Untergrund. „Besonders unter dem Sauerland liegen Gesteinsschichten völlig durcheinander. Hier kann das hochgiftige Frackwasser unkontrolliert fließen.“ Bisher wird das von Firmen wie Wintershall kategorisch abgestritten. Dass jedoch das mit Chemikalien belastete Wasser am Ende einer Bohrung einfach „verkippt“ werde, bestreiten laut Wibke Brems nicht mal die Firmen. In „Disposalbohrungen“ sollen die pro Frackvorgang bis zu fünf Millionen Liter Wasser unterirdisch entsorgt werden. „Eine Zeitbombe bei Hagens Untergrund und allen Flüssen und Talsperren in der Region“, gab ein Besucher zu bedenken.

Gesetz soll helfen

Auch abseits der Umweltbedenken blickten Bürger mit Sorge auf die Bohrprojekte. Denn sollte es zur Förderung kommen, drohen Enteignungen. „Das Bergrecht gäbe dazu eine ausreichende Grundlage“, weiß Brems. Doch dem „Gasrausch“ will die Landesregierung nun eine Gesetzesänderung entgegenstellen, die unter anderem Mitspracherechte der Wasserbehörden vorsieht. Gerade rechtzeitig: Noch stecken die Förderbestrebungen im Frühstadium. In Nordwalde am nördlichsten Zipfel NRWs ist eine Probebohrung schon beantragt, aber noch nicht genehmigt.

 
 

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