Fusion zu einem Groß-Klinikum in Hagen

Bei einer Fusion von KKH und AKH würde es 900 Betten im Großklinikum Hagen geben.
Bei einer Fusion von KKH und AKH würde es 900 Betten im Großklinikum Hagen geben.
Foto: WAZ FotoPool
Das Allgemeine Krankenhaus Hagen und die Katholische Krankenhaus Gesellschaft möchten 2014 unter dem Dach einer Holding fusionieren und sich zu einem Haus entwickeln.

Hagen.. In Hagen bahnt sich die größte Krankenhaus-Fusion aller Zeiten an: Die Katholische Krankenhaus Gesellschaft (KKH/St.-Marien-, St.-Johannes- und St.-Josefs-Hospital) sowie das Allgemeine Krankenhaus (AKH) am Buschey möchten ab 2014 gemeinsame Wege gehen.

KKH-Geschäftsführer Norbert Schoop und sein Verwaltungsratsvorsitzender Paul Streppel informieren in diesen Tagen ebenso wie AKH-Geschäftsführer Reinhard Tennert und dessen Beiratsvorsitzender Dr. Bernd Wehberg die Ärzteschaften sowie das Pflege- und Verwaltungspersonal der einzelnen Häuser über diese richtungsweisende Weichenstellung.

Wachsender Kostendruck

Angesichts der sich stetig verschärfenden Marktsituation im Gesundheitswesen, des wachsenden Kostendrucks und eines erheblichen Bettenüberhangs in einer Stadt, die sich demografisch in einem rasanten Abwärtsstrudel bewegt, möchten die beiden Hagener Krankenhaus-Platzhirsche aus einer Position der Stärke heraus gemeinsam ihre ökonomische Basis absichern. Beide Krankenhausträger, die in mehreren Bereichen bereits partnerschaftlich kooperieren, bewegten sich in der jüngsten Vergangenheit wirtschaftlich entlang der Null-Linie. Eine Situation, die kaum noch finanziellen Spielraum für kontinuierlichen Substanzerhalt und schon gar nicht für nachhaltige innovative Entwicklungen lässt.

Vor diesem Hintergrund sind die beiden Häuser bei der Suche nach strategischen Allianzen schließlich in einem gemeinsamen Boot gelandet. „Natürlich hätten wir uns als Mitglied des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Westfalen auch zu den Stiftungen Volmarstein oder nach Iserlohn orientieren können“, lässt Wehberg einen Blick in die ersten AKH-Gedankenspiele zu. „Aber das hätte kaum genügend Spielraum für einen durchgreifenden Bettenabbau geboten. Außerdem wären in Hagen zwei starke Krankenhäuser verblieben.“

Drei Phasen

Am Ende der Annäherungsgespräche steht jetzt eine Fusion, die sich in drei Phasen strukturiert. Zunächst soll bereits in 2014 eine gemeinsame Holding ins Leben gerufen werden, unter deren Dach AKH, St.-Josefs-, St.-Marien- und St.-Johannes-Hospital kurzfristig noch als getrennte Einheiten mit weiterhin zwei Ansprechpartnern für die Krankenkassen agieren. Sobald die organisatorische Harmonisierung aller Bereiche unter dem Holding-Dach gelungen ist, kommt es in der zweiten Phase zur Verschmelzung mit nur noch einer Geschäftsführung, aber noch mehreren Betriebsstätten. In der dritten Phase soll, so die Vision, in gut zehn Jahren ein gemeinsames Hagener Großklinikum errichtet werden (Investitionsvolumen: ca. 300 Millionen Euro), das dann über etwa 900 Betten verfügt.

Untermauert durch einen Vergleich mit 500 weiteren Häusern in Deutschland hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte der Hagener Krankenhaus-Fusion ein Kostensenkungspotenzial von jährlich fünf bis zehn Millionen Euro attestiert. Damit einher geht mittelfristig natürlich auch ein Stellenabbau. „Das werden wir alles durch natürliche Fluktuation regeln können“, verspricht Paul Streppel. „Das muss jetzt klappen, denn die Gefahren sind weitaus größer, wenn wir nicht zusammenkommen.“ Den offensiven Einstieg eines privaten Krankenhausträgers in die Hagener Hospital-Szene möchten die beiden christlichen Häuser vermeiden.

 
 

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